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Panorama Egyptair: "Nicht Teile unseres Flugzeuges"
Nachrichten Panorama Egyptair: "Nicht Teile unseres Flugzeuges"
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08:01 20.05.2016
Wrackteile des vermissten Egyptair-Flugzeuges (Archivbild) sind angeblich im Mittelmeer gefunden worden. Das berichtet die Fluggesellschaft. Quelle: AFP/THOMAS SAMSON
Kairo

Am Donnerstagabend informierte die die Fluggesellschaft Egyptair die Angehörigen: Nahe der griechischen Insel Karpathos seien Trümmerteile gefunden worden, es handle sich um Überreste des verschwundenen Egyptair-Flugs MS804.

Dies hätten die zuständigen Ministerien bestätigt, teilte Egyptair am Donnerstagabend im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Gefunden worden seien unter anderem Rettungswesten und Plastikteile, die an der vermuteten Absturzstelle im Mittelmeer trieben.

Zuvor hatte bereits die griechische Armee von entdeckten Trümmerteilen berichtet, die möglicherweise von dem Flugzeug stammten. Das Egyptair-Flugzeug war in der Nacht auf dem Weg von Paris nach Kairo mit 66 Insassen abgestürzt. Von Überlebenden wurde nichts bekannt. Deutsche waren nicht an Bord.

An Bord waren außer der Besatzung und Sicherheitsoffizieren 30 ägyptische Passagiere, 15 Franzosen sowie unter anderem Bürger aus Großbritannien, Kanada und dem Irak. Es wird über einen Terroranschlag als Absturzursache spekuliert, bestätigt war dies bis Donnerstagabend jedoch nicht.

Griechenland dementiert

Griechenland dementierte am Donnerstagabend aber Angaben aus Ägypten, wonach Wrackteile nahe der Insel Karpathos gefunden worden seien. Die Informationen über Wrackteile stammten bisher ausschließlich von der ägyptischen Seite. Am Donnerstag (Ortszeit) folgte auch das Dementi des Vizepräsidenten der Fluglinie, Achmed Adel: Die entdeckten Gegenstände seien "nicht Teile unseres Flugzeuges", sagte Adel dem Fersehsender CNN.

Zuvor hatte Adel der CNN-Moderatorin Christiane Amanpour gesagt, dass das Flugzeugwrack gefunden worden sei. Dafür gab es keine weitere Bestätigung. Später meldete auch CNN unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP, dass Griechenland den Fund des Flugzeugwracks dementiere.

Suche nach Flug MS804 geht weiter

Die Suche nach dem vermissten Egyptair-Flugzeug ist am Freitagmorgen fortgesetzt worden. Mit dem ersten Tageslicht starteten erneut griechische Flugzeuge in Kreta und suchten im Meer rund 200 Seemeilen südlich der Insel Karpathos und rund 100 Seemeilen vor der ägyptischen Küste. Auch eine griechische Fregatte nehme an der Aktion teil, berichtete das griechische Staatsradio.

Flugzeug geriet ins Trudeln

Das Flugzeug war etwa zehn bis fünfzehn Seemeilen im ägyptischen Luftraum in einer Höhe von 37.000 Fuß (knapp 11.300 Meter) ins Trudeln geraten, wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos sagte. "Dann machte es eine Drehung von 90 Grad nach links und danach eine andere Drehung von 360 Grad nach rechts und fiel auf eine Höhe von 15.000 Fuß. Sein Radarbild verschwand auf einer Höhe von 10.000 Fuß", sagte Kammenos, der von einem Absturz ausging. Einen Notruf setzten die Piloten nicht mehr ab.

Ein Flugzeug gerät ins Trudeln, wenn der Auftrieb an den Tragflächen abreißt. Das Flugzeug dreht sich dann unter schnellem Höhenverlust immer wilder um die eigenen Achse. Für das Trudeln kann es verschiedene Gründe geben – dass es kein Notsignal gab, spricht aber für ein plötzliches Ereignis wie etwa eine Explosion, sonst hätte die Cockpit-Crew wohl ein Notsignal gesendet. Sowohl in Ägypten als auch in Frankreich nahmen die Staatsanwaltschaften Ermittlungen auf.

dpa/afp/RND

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