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Shirts von Drogenboss El Chapo sind Renner

Kult in Onlineshops Shirts von Drogenboss El Chapo sind Renner

Gut eine Woche nach der spektakulären Flucht von Joaquín „El Chapo“ Guzmán sind T-Shirts und Baseball-Kappen mit dem Gesicht des Drogenbosses der Verkaufsschlager. Der Mexikaner ist in seinem Heimatland eine Art „Anti-Held“

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Meistgesucht wird meistverkauft: Die "El-Chapo"-Shirts finden im Internet reißenden Absatz.

Quelle: amazon

Die Motive reichen von einfachen Fahndungsbildern über einen mit einem Geldsack und Flügeln auf dem Rücken flüchtenden Drogenboss bis hin zu einem Baumwollhemd, das mit Guzmans Gesicht in Rot-Blau stark an das Wahlkampflogo von US-Präsident Barack Obama erinnert. Zu haben sind die Shirts für Preise zwischen fünf und 32 Dollar (4,60 - 29 Euro) - wenn sie überhaupt zu haben sind. Bei der in Los Angeles ansässigen Modemarke Kartel Kollektion, die sich auf Logos zu den Drogenkartellen spezialisiert hat, ist Guzmans T-Shirt ausverkauft. "Schon zu normalen Zeiten verkaufen sich unsere Produkte gut, doch diese Woche mussten wir unsere Produktion erhöhen", sagte die Marketing-Vertreterin Gabriella Zarazoga der Nachrichtenagentur AFP. Ihre Kunden stammen demnach zumeist aus Mexiko oder USA, einige kommen aber auch aus dem Nahen Osten.

Musiker besingen Drogenboss

Auch auf Youtube tauchen immer neue Musikvideos und Songs über den Drogenboss auf. „Der Regierung entwischen, daran ist er bereits gewöhnt. Gitter können ihn nicht aufhalten, sie konnten ihn nicht zähmen“, heißt es in dem Song "El Chapo Guzman ist abgehauen". Sogenannte „Narcocorridos“ (Drogen-Balladen) sind in Mexiko sehr populär. Kartellchefs bestellen sich bei Musikern regelrecht Lieder zu ihren Ehren. Wegen Gewaltverherrlichung sind die Songs im Ranchero-Stil in einigen Regionen Mexikos verboten. Hip-Hop-Songs über den meistgesuchtesten Drogenbaron existieren schon länger - werden aber dieser Tage öfter geklickt.

Verehrung als "Anti-Held"

Der auf Guzmans Sinaloa-Kartell spezialisierte Journalist Diego Enrique Osorno spricht von einer gewissen Bewunderung vieler Mexikaner für den 58-jährigen Drogenchef. "Bei den meisten Reaktionen im Internet nach seiner Flucht ging es seltsamerweise weder um Angst noch um Empörung", sagte Osorno. Vielmehr habe Mexiko in dem charismatischen Verbrecher einen "Anti-Helden" gefunden, dessen Popularität die "führende politische Klasse in den Schatten stellt".

Der Chef des sogenannten Sinaloa-Kartells, ist am vorvergangenen Sonnabend zum zweiten Mal aus der Haft ausgebrochen. Diesmal floh "El Chapo" (deutsch: der Kleine) durch einen riesengroßen Tunnel. Schon 2001 war ihm die Flucht aus dem Gefängnis gelungen, offenbar in einem Wäschekarren. Nach 13 Jahren auf der Flucht, wurde er im Februar 2014 gefasst. Derzeit suchen ihn Tausende Sicherheitskräfte im ganzen Land.

dpa/so

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