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Pilzsammler findet Leiche in einem Wald

Fall Peggy Pilzsammler findet Leiche in einem Wald

Vor 15 Jahren verschwand Peggy auf dem Heimweg von der Schule. Seitdem fehlt jede Spur von dem damals neunjährigen Mädchen. Jetzt hat ein Pilzsammler in einem Wald eine Leiche gefunden.

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Gedenkstein mit dem Porträt von Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben (Bayern): 15 Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens ist eine Leiche gefunden worden.

Quelle: David Ebener/dpa

Lichtenberg. Nach dem Fund einer Leiche in einem Waldstück in Thüringen prüfen die Ermittler Verbindungen zum Fall der verschwundenen Peggy aus Oberfranken. Ein Pilzsammler war am Samstag auf die Skelettteile gestoßen.

Der Fall Peggy wurde bis heute nicht aufgeklärt. Bisher gibt es weder einen Täter, noch eine Leiche. Jetzt sind in einem Waldstück in Thüringen Skelettteile entdeckt worden – stammen sie von der Neunjährigen?

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Bei den Untersuchungen werde "der Fall Peggy nicht außer Acht gelassen", erklärte die Polizei. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung soll klären, ob es sich tatsächlich um die sterblichen Überreste des Mädchens handelt. Dafür werden die gefundenen Skelettteile mit DNA-Material der damals Neunjährigen abgeglichen. 

Untersuchungen dauern länger

Ein Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchungen wurde zunächst noch am Montag erwartet. Am Vormittag sagte der Geraer Oberstaatsanwalt Thomas Villwock aber: "Angesichts des Umfangs der Untersuchung ist nicht vor Dienstagnachmittag mit einem belastbaren Ergebnis zu rechnen."

Mit Rücksicht auf die Eltern wolle er sich nicht an Spekulationen darüber beteiligen, ob der Knochenfund mit dem Fall der vor mehr als 15 Jahren verschwundenen Peggy aus Oberfranken im Zusammenhang steht: "Ich setze auf die Ergebnisse der Rechtsmedizin. Sie können Gewissheit bringen."

15 Kilometer vom Heimatort entfernt

Wie der Bayerische Rundfunk berichtete, ist die Leiche nur 15 Kilometer vom Heimatort des Mädchens Lichtenberg (Landkreis Hof) in einem Wald im Saale-Orla-Kreis gefunden worden. Deswegen hätten die Thüringer Ermittler die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Oberfranken informiert. In dem Wald in Thüringen werde nach weiteren Leichenteilen gesucht.

Am 7. Mai 2001 verschwand Peggy auf ihrem Heimweg von der Schule, seitdem fehlte von ihr jede Spur. Der Fall sorgte immer wieder für Schlagzeilen. 2002 präsentierten die Ermittler einen geistig behinderten Mann als Tatverdächtigen, er wurde 2004 als Peggys Mörder verurteilt. 2014 wurde er in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen.

Polizei suchte im Garten

Zwischenzeitlich gerieten ehemalige Bekannte der Familie Peggys aus Halle/Saale ins Visier der Fahnder, doch auch diese Spur brachte keinen Durchbruch. Sie gelten inzwischen nicht mehr als Verdächtige.

Auch noch in den vergangenen Jahren gab es eine Reihe von spektakulären Untersuchungsaktionen der Polizei, um das Verschwinden der Schülerin doch noch aufzuklären. Mal wurde in einer Talsperre in Sachsen nach Peggys Schulranzen gesucht, mal wurde ein Anwesen in Lichtenberg durchsucht – sogar im Garten wurde gegraben.

Die Ermittler fanden damals zwar Knochenreste, sie stammten aber nicht von Peggy. Ebenso erfolglos blieb eine Grabungsaktion am Lichtenberger Friedhof Anfang 2014.

Hintergrund

Der Fall Peggy

Der Fall Peggy beschäftigt Behörden und Öffentlichkeit seit 15 Jahren. Die Neunjährige aus dem oberfränkischen Lichtenberg kommt im Mai 2001 nach der Schule nicht nach Hause. Seitdem fehlt von ihr jede Spur.

Zunächst steht der ehemalige Lebensgefährte von Peggys Mutter im Verdacht, das Mädchen in die Türkei verschleppt zu haben. Im Oktober 2002 präsentieren die Ermittler dann einen geistig behinderten Mann als mutmaßlichen Mörder. Er wird zu lebenslanger Haft verurteilt, 2014 aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ein wichtiger Belastungszeuge hatte zuvor seine Aussage widerrufen.

Nach dem Verschwinden von Peggy gehen innerhalb weniger Monate Tausende Hinweise bei der Polizei ein. Der entscheidende Tipp ist nicht dabei. Im Frühjahr 2013 graben die Ermittler erfolglos auf einem Grundstück, das nur etwa 250 Meter von Peggys Wohnhaus entfernt liegt.

Ende 2013 gerät ein Mann ins Visier der Ermittler, der ein enger Freund von Peggys Familie war. Der Verdacht gegen ihn erhärtet sich aber nicht. Zudem lassen die Behörden auf dem Friedhof Lichtenberg ein Grab öffnen, indem sie die Leiche des Mädchens vermuten. Doch Peggy bleibt verschwunden.

dpa/RND/wer

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