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Panorama So erlebt ein Einheimischer die Situation auf Sulawesi
Nachrichten Panorama So erlebt ein Einheimischer die Situation auf Sulawesi
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17:33 30.09.2018
Nach schweren Erdbeben und Tsunami: Helfer tragen in Palu auf der Insel Sulawesi die Leiche eines Opfers. Quelle: dpa
Palu

Der Einheimische Radika Pinto beschreibt im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) die Situation vor Ort auf der Insel Sulawesi nach den Erdbeben und dem Tsunami:

Waren Sie während des Tsunamis selbst vor Ort?

Nein, ich war zu dem Zeitpunkt gerade in Jakarta auf der Insel Java. Als die Erdbeben waren, hat meine Frau mich angerufen, sie war in Palu. Als ich dann von dem Tsunami erfahren habe, habe ich mich sofort auf den Rückweg nach Sulawesi gemacht. Da bin ich am Sonntagmorgen angekommen, weil ich nach einem Flug noch mehr als 20 Stunden Auto fahren musste, da der Flughafen auf Palu zu dem Zeitpunkt geschlossen war.

Wie ist jetzt die Situation auf der Insel?

Die nationale Regierung hat den Flughafen wieder geöffnet, sodass auch Hilfsgüter eingeflogen werden können. Als ich angekommen bin, habe ich die Häuser an der Küste gesehen, die alle komplett zerstört sind. Auch unser Büro von „World Vision“ ist zerstört, aber wir haben provisorisch etwas eingerichtet, wo wir auch andere Leute untergebracht haben.

Wo halten sich die auf Sulawesi lebenden Menschen jetzt auf?

Viele sind auf umliegende Hügel gerannt, auf denen sie immer noch aus Angst vor einem weiteren Tsunami und Erdbeben ausharren und wo sie keinen Zugang zu Wasser und Essen haben. Manche halten sich vor ihren Häusern auf, es gibt immer noch Nachbeben. Weil viele Lebensmittelgeschäfte und auch die Tankstellen komplett geschlossen sind, klauen die Menschen teilweise Lebensmittel und Benzin. Der öffentliche Dienst ist komplett heruntergefahren, die nationale Regierung hilft aus. Auch ein Gefängnis wurde zerstört, die Häftlinge laufen teilweise frei herum und die Suche nach ihnen ist schwierig. Es liegen immer noch viele Leichen herum, viele Menschen wurden noch nicht gefunden und werden vermisst.

Wie läuft die Kommunikation und Informationsversorgung auf der Insel?

Im Moment haben wir Handyempfang, vorher hat das allerdings nicht funktioniert und wir haben Informationen nur übers Radio bekommen. Viele Leute suchen immer noch nach ihren Kindern, Nachbarn und anderen Menschen, von denen sie nicht wissen, ob sie leben und wo sie sich aufhalten, weil die Menschen während der Erdbeben nicht zu Hause, sondern zum Beispiel auf der Arbeit unterwegs waren.

Das Tsunami-Warnsystem hat nicht richtig funktioniert. Haben Sie Informationen dazu?

Wir kennen die Gründe dafür nicht, aber als die Entwarnung kam, dachten viele „Okay, kein Tsunami“ – und dann kam er doch. In anderen Regionen, die nicht vom Tsunami getroffen wurden, gab es die Fehlinformation, dass ein Tsunami auf die Region trifft und sie sind auf die umliegenden Berge gerannt.

Ist eine Insel wie Sulawesi, die auf dem Pazifischen Feuerring liegt, nicht auf Erdbeben vorbereitet?

Doch, es gibt jeden Tag Erdbeben, aber das hier war das schlimmste. Wir wissen normalerweise, wie wir auf Erdbeben reagieren und trainieren auch Evakuierungen. Aber die komplette Infrastruktur ist zusammengebrochen, das Erdbeben hat sehr viele Menschen getroffen.

Von Hannah Scheiwe

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