Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Weitere Übergriffe auf Frauen befürchtet

Nach den Angriffen in Köln Weitere Übergriffe auf Frauen befürchtet

Nach den massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln befürchtet die Deutsche Polizeigewerkschaft, dass es keine einzige Verurteilung geben könnte. Dadurch könnten die Täter sich ermuntert fühlen, weitere Frauen anzugreifen, sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt.

Voriger Artikel
Gericht verhandelt über die Schuld einer Kuh
Nächster Artikel
Polizei ermittelt drei Verdächtige

In der Silvesternacht sind rund um den Kölner Hauptbahnhof Dutzende Frauen massiv sexuell belästigt und ausgeraubt worden.

Quelle: Marius Becker/dpa

Köln/Passau. "Es ist höchst ungewiss, ob es im Fall der Übergriffe in Köln auch nur zu einer einzigen Verurteilung kommen wird", sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt der "Passauer Neuen Presse". Für eine wirksame Strafverfolgung fehle es der Polizei einfach an Personal.

In der Silvesternacht sind in Köln Dutzende Frauen am Hauptbahnhof sexuell belästigt und bestohlen worden. Die Kölner Polizei steht deshalb in der Kritik. Sie schilderte daraufhin, wie der Einsatz aus ihrer Sicht abgelaufen ist. Wir dokumentieren Auszüge aus der Mitteilung der Polizei.

Zur Bildergalerie

Wendt rechnet mit weiteren Übergriffen

Dabei sei die Ermittlung der Täter immens wichtig, mahnte Wendt. "Wenn sie nicht gefasst werden, werden sie sich regelrecht ermuntert fühlen, im Schatten der Anonymität weiter tätig zu werden." Es müsse damit gerechnet werden, dass die Tätergruppen auch in Zukunft solche Delikte begehen wollten, etwa beim anstehenden Karneval in Köln.

Analyse

In Deutschland wird heftig über die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht diskutiert. Niemand sollte versuchen, hier etwas schönzureden. Eine Analyse von Matthias Koch finden Sie hier.

Der Gewerkschaftschef nahm zugleich die während der Silvesternacht in Köln agierenden Polizisten in Schutz. "Ihnen kann man keinen Vorwurf machen." Die Zahl der Einsatzkräfte habe schlicht nicht ausgereicht, um anders zu agieren. "Es war mit dem vorhandenen Personal nicht möglich, den Platz dauerhaft zu räumen", sagte Wendt. Zuvor hatte unter anderem Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) deutliche Kritik am Verhalten der Polizei vor Ort geübt.

Mehr Videoüberwachung gefordert

Wendt äußerte zudem "erhebliche Zweifel, dass wir künftig immer da, wo es notwendig sein wird, mit einer ausreichenden Zahl von Polizeikräften vor Ort sein können". Er forderte die Politik auf, die Videoüberwachung zu verstärken. "Wir brauchen intelligente Videoüberwachung, die uns auch im Einsatz hilft. Das kostet Geld, erleichtert aber später die Identifizierung der Täter."

Zugleich warnte Wendt davor, Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen. "Wir müssen jetzt genau aufklären und versuchen, die Tätergruppen zu ermitteln. Diese Gruppen und ihre Übergriffe müssen ganz gezielt bekämpft werden." Er frage sich allerdings schon, warum jetzt der große Aufschrei ausbleibe, sagte der Gewerkschaftschef weiter. "Offensichtlich ist es so, dass es hier die falschen Täter sind. Wenn es andere Täter wären, etwa Hogesa-Mitglieder, wäre der Aufschrei längst da." Wenn es sich bei den Tätern um Muslime handele, um Flüchtlinge, bestehe bei einigen offenbar die Neigung, auf Tauchstation zu gehen, mutmaßte Wendt.

Maas: Es muss jemand dahinterstecken

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) dringt darauf, Hinweisen nachzugehen, dass die Übergriffe der Silvesternacht in Köln vorab verabredet gewesen sein könnten. "Das Ganze scheint abgesprochen gewesen zu sein," sagte Maas am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". "Es wäre schön, wenn das keine Organisierte Kriminalität wäre, aber ich würde das gerne mal überprüfen, ob es im Hintergrund Leute gibt, die so etwas organisieren." So etwas passiere nicht aus dem Nichts, es müsse jemand dahinterstecken.

afp/dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Anzeige
Prinz George verzaubert die Welt

Prinz George verzaubert die Welt. Hier sind die schönsten Bilder der Nummer Drei in der britischen Thronfolge.