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Wie gefährlich sind Holi-Festivals?

Nach Explosion in Taiwan Wie gefährlich sind Holi-Festivals?

Bunte Wolken fliegen in die Luft, glückliche, bunt eingestaubte Gesichter: Holi-Partys liegen weltweit im Trend. Nach dem Unglück in Taiwan, bei dem das Farbpulver Feuer fing und fast 200 Menschen verletzt wurden, fragen sich Besucher nun, wie sicher die Farbparties sind.

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Der magische Moment auf einer Holi-Party: Zeitgleich werfen die Festivalbesucher Beutel mit Farbpulver in die Höhe.

Quelle: dpa

Hannover. Rosa, Grün, Orange, Gelb stauben die Wolken über den Köpfen - und senken sich auf die jubelnden Menschen, die hinterher aussehen wie Kinder nach einer Fingerfarbenschlacht. Die Menschen tanzen, liegen sich in den Armen. Friedlich, glücklich, ekstatisch - es sieht ein bisschen aus wie ein Revival von Woodstock und Flower-Power. Rund um den Globus feiern immer mehr Menschen die bunten Holi-Festivals, die aus einer alten indischen Tradition eine Party für die Jugend machen. Allein in Deutschland gibt es in diesem Sommer Dutzende Veranstaltungen.

Jetzt überschattet das Unglück in Taiwan die Holi-Begeisterung. Bei einer Farbfete in einem Freizeitpark fing das Farbpulver Feuer, eine 20-Jährige starb, fast 200 Besucher erlitten teils schlimmste Verbrennungen. Den Grund erklärt ein Brandschutzexperte: Das Pulver besteht aus bunt gefärbtem Mehl, und Gemische aus Staub und Luft können explodieren, wenn der Staub aus brennbarem Material wie Kohle, Mehl, Holz, Kakao oder Stärke besteht.

Strahler können Staub-Sauerstoff-Gemisch entzünden

Die Partikel bringen es auf große Oberflächen, die gut Wärme aufnehmen, schnell oxidieren und sich damit entzünden können. "Bei einer Explosion braucht man drei Faktoren: Sauerstoff, brennbares Material und als drittes eine Zündquelle", sagt Sebastian Willer, Explosionsschutz-Experte beim TÜV Süd. Strahler oder elektrische Geräte kämen hier infrage.

Holi-Festivals rund um Hannover

4. Juli:
Göttingen

11. Juli:
Osnabrück

15. August:
Goslar

12. September :
Hannover-Wedemark

Ein Veranstalter der Holi-Parties in Deutschland will die aufkommene Besorgnis über die Sicherheit der deutschen Parties beruhigen. "Wir wissen nicht, was die anderen Festivals verwenden. Die Gefahr ist aber kein neues Thema", sagt ein Sprecher des Veranstalters Holi Concept. Um die Gefahr zu bannen, habe Holi Concept mit dem deutschen Hersteller schon bei der Entwicklung eng zusammengearbeitet. "Das Endprodukt ist ein vollkommen neues Pulver. Ein zentrales Merkmal ist die Einstufung als nicht-staubexplosionsfähig - ein wichtiger Aspekt, wenn es um die Sicherheit auf Veranstaltungen geht", erklären die Veranstalter. Diese Sicherheit habe ein unabhängiges Brand- und Explosionsschutz-Unternehmen geprüft und bestätigt.

Holi Concept plant ein Dutzend Events in Deutschland - und weitere in 20 Staaten. Das Mitbringen eigener Farbpulver sei ausdrücklich verboten, heißt es. Das gesundheitlich unbedenkliche originale Pulver könne nur auf dem Festivalgelände oder im Online-Vorverkauf erworben werden. Beim Vertrieb heißt es, das Pulver entspreche der Kosmetikverordnung, sei biologisch abbaubar und nicht-staubexplosionsfähig. Eine Sprecherin des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit riet jedoch kürzlich, das Pulver nicht ins Gesicht zu werfen und als Schutz zumindest Mund- und Nasentücher sowie Sonnenbrillen zu benutzen.

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