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Entscheidend ist auf ’m Platz

Brexit und Fußball-EM Entscheidend ist auf ’m Platz

Einen Tag nach dem Ende der EM-Vorrunde stimmen die Briten über den EU-Austritt ab. Wenn das mal gut geht.

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Viele gute Gründe zum Daumendrücken? David Cameron, britischer Premier und nebenbei auch Fußballfan.

Quelle: EPA/ANDREW PARSONS

London. Die europäische Diplomatie steuert gerade auf ein wichtiges Datum zu: Am 23. Juni stimmen die Briten über den Ausstieg aus der EU ab. Millionenschwere Werbekampagnen pflastern schon jetzt das Königreich, Regierungszentralen planen minutiös ihre Warnungen, Angebote und Besuche in der Downing Street, um die Briten vom Verbleib in der Europäischen Union zu überzeugen. Dabei liegt das größte Risiko für die Umfragen zufolge völlig offene Abstimmung in Großbritannien womöglich gar nicht in der Politik – sondern vielmehr auf dem Fußballplatz.

Ein Blick in den Spielplan der Europameisterschaft im Sommer in Frankreich zeigt: Das Referendum, bei dem es Experten zufolge um nicht weniger als den Wohlstand und die politische Stabilität des Kontinents geht, findet ausgerechnet am Tag nach dem letzten EM-Vorrundenspiel statt. Der britische Premier David Cameron, ein EU-Befürworter, hatte bei der Terminwahl wenig Spielraum. Eine Woche zuvor sind in vielen Städten Bürgermeisterwahlen, eine Woche später beginnen die Sommerferien.

Sollten die Teams der Engländer, Waliser und Nordiren es nicht in die K.-o.-Runde schaffen, könnte auf den EM-Exit tags darauf der "Brexit" folgen. In Brüssel wächst bereits das Unbehagen. Das Datum sei "sehr unglücklich gewählt", sagt EU-Parlamentarier Burkhard Balz auf Anfrage – und spricht von einem "brisanten Termin". Scheide etwa die Mannschaft der fußballerisch stolzen Engländer aus, könne sich die Stimmung auf der Insel schnell auch gegen die EU richten.

Balz, der für die konservative EVP-Fraktion für Kontakte mit der Insel zuständig ist, appelliert an die Ehre der Spieler. "Die britischen Fußballer tragen bei dieser EM eine sehr hohe Verantwortung – nicht nur für die Fans, sondern auch für die Zukunft Europas."

Zumindest die Auslosung spricht allerdings für die EU-Befürworter. Mit Russland, der Slowakei und Wales haben die Engländer schlagbare Gegner vor sich – und Wales kann sich Chancen ausrechnen, als Zweiter die Vorrunde zu überstehen. Nordirland spielt in der Vorrunde gegen Polen, die Ukraine – und Deutschland. Auf die traditionelle Kabinenansprache der Kanzlerin darf man gespannt sein.

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