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Bruder tötet mutmaßlichen Vergewaltiger

Lange Haftstrafe für Selbstjustiz Bruder tötet mutmaßlichen Vergewaltiger

Ein junger Mann lockt den mutmaßlichen Vergewaltiger seiner Schwester in einen Hinterhalt und tötet ihn. Sein Vater hilft ihm dabei. Dafür sind beide am Montag zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

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Vater und Sohn zu Beginn des Prozesses: Beide wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.

Quelle: Patrick Seeger/dpa

Freiburg. Wegen Mordes an einem mutmaßlichen Vergewaltiger sind ein 18 Jahre alter Schüler und sein Vater in Freiburg zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Teenager und den 48 Jahre alten Mann am Montag des Mordes für schuldig. Der 18-Jährige erhielt eine achtjährige Haftstrafe, der Vater lebenslang.

Für die Bestrafung von Verbrechern sind die Gerichte zuständig - doch manchmal greifen Menschen zur Selbstjustiz. Einige spektakuläre Taten.

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Es ging um einen Fall von Selbstjustiz: Der Schüler hatte zugegeben, gemeinsam mit seinem Vater den mutmaßlichen Vergewaltiger seiner Schwester auf einen Parkplatz in einen Hinterhalt gelockt und getötet zu haben

Zur Tatzeit erst 17 Jahre alt

Mit dem Lynchmord habe der Schüler die durch die Vergewaltigung der Schwester beschädigte Familienehre wieder herstellen wollen, sagte der Vorsitzende Richter, Stefan Bürgelin, zur Urteilsbegründung. Sein Vater habe dies nicht verhindert, sondern den Jugendlichen bestärkt und unterstützt.

Mit den Strafmaßen folgte das Gericht den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Weil der Schüler zur Tatzeit im Juni 2014 erst 17 Jahre und damit noch nicht volljährig war, wurde er nach Jugendstrafrecht verurteilt. Ihm drohten maximal zehn Jahre Haft.

Familie lockte Mann auf Parkplatz

Das Opfer, ein 27 Jahre alter Mann, starb am Tatort durch 23 Messerstiche in Körper, Gesicht und Hals. Die Polizei hatte nach dem mutmaßlichen Vergewaltiger in den Tagen zuvor gefahndet, konnte ihn jedoch nicht finden, weil er untergetaucht war.

Die Familie, die den Mann bei der Polizei angezeigt hatte, machte sich eigenständig auf die Suche und wurde über soziale Netzwerke im Internet fündig. Unter einem Vorwand lockte sie den 27-Jährigen sechs Tage nach der Vergewaltigung an einen Parkplatz bei Neuenburg am Rhein bei Freiburg nahe der Autobahn. Dort kam es zu der tödlichen Bluttat.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Vor Gericht hatten die Angeklagten die Tat zugegeben, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Bewaffnet hatten sie sich den Angaben zufolge mit Messer, Schlagstock und Elektroschockgerät.

Neben Vater und Sohn wurden zwei Komplizen, 19 Jahre und 21 Jahre alt, verurteilt. Der 21-Jährige, der das Opfer nach Überzeugung des Gerichts während der tödlichen Attacken festgehalten hatte, muss für fünf Jahre ins Gefängnis. Der 19-Jährige, der das Treffen arrangiert hatte, wurde zu zwei Jahren auf Bewährung nach Jugendstrafrecht verurteilt. Beide haben sich nach Ansicht des Gerichts der gefährlichen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Es kann innerhalb von einer Woche Revision eingelegt werden. Der Prozess hatte Anfang April begonnen. Die Ermittlungen wegen der Vergewaltigung waren nach dem Tod des Verdächtigen eingestellt worden.

dpa

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