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Wurde Kampuschs Entführer umgebracht?

Anzeige wegen Mordverdachts Wurde Kampuschs Entführer umgebracht?

Bisher hieß es, dass sich der Entführer von Natascha Kampusch selbst das Leben nahm. Aber es gibt neue Zweifel an dieser Selbstmordtheorie.

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Foto von Wolfgang Priklopil (August 2006): War es wirklich Selbsmord?

Wien. Die Staatsanwaltschaft prüft eine Anzeige wegen Mordverdachts. Sie wurde von Karl Kroll erstattet, er ist der Bruder des damaligen Chefermittlers. Kroll habe den Verdacht, dass Kampuschs Entführer Wolfgang Priklopil keinen Selbstmord begangen habe, sondern ermordet worden sei, berichtet "Spiegel Online".

"Wir prüfen diese Anzeige sorgfältig"

Kampuschs Entführer war im August 2006 von einer Bahn überrollt worden. Es sei aber nicht ausreichend untersucht worden, ob Priklopils Verletzungen allein durch den Zug verursacht worden seien, sagte Kröll.

"Wir prüfen diese Anzeige sehr sorgfältig", sagte ein Sprecher der Wiener Oberstaatsanwaltschaft dem "Focus". Derzeit lasse sich aber noch nicht sagen, ob es neue Aspekte gegenüber den damaligen Ermittlungen gebe. Weiter sagte der Sprecher: "Es gab schon immer verschiedene Meinungen, was die näheren Umstände des Todes Wolfgang Priklopils betrifft."

Priklopils Tod war das Ende eines spektakulären Verbrechens und der Beginn eines umstrittenen Kriminalfalls. Am 2. März 1998 wurde die damals 10-jährige Natascha Kampusch in der Wiener Donaustadt auf dem Weg zur Schule entführt. Erst am 23. August 2006 gelang ihr die Flucht vor ihrem Entführer Wolfgang Priklopil, der sie jahrelang gefangen gehalten hatte.

Zettel könnte ein Indiz sein

In den Ermittlungen zu Priklopils Tod könnte der dessen ehemaliger Geschäftspartner eine Schlüsselfigur sein. Er soll Kampuschs Entführer als letzter lebend gesehen haben. Den Ermittlern präsentierte er einen Zettel mit der Aufschrift "Mama", den Priklopil ihm bei dem letzten Treffen gegeben haben soll. Ein Abschiedsgruß für seine Mutter.

Aber Ermittlungen der graphologischen Spezialabteilung des Bundeskriminalamtes seien damals zu dem Ergebnis gekommen, dass die Schrift nicht mit Priklopils Schrift übereinstimme, sagt Johann Rzeszut. Der ehemalige Präsident des Obersten Gerichtshofs in Wien ist Mitglied der Evaluierungskommission, die mögliche Ermittlungspannen im Fall Kampusch überprüft hat.

Rzeszut und Kröll behaupten, dass die Beschaffenheit der Zug-Vorderfront in den Ermittlungen vernachlässigt wurde. Daher sei die Polizei nie der Frage nachgegangen, ob die Verletzungen des toten Priklopil überhaupt durch den Kontakt mit der Triebwagenvorderfront verursacht worden sein konnten, sagte Rzeszut "Spiegel Online".

abr

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