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Neun Tote bei Schiffsunglück in Moskau

Partyschiff prallt auf Frachter Neun Tote bei Schiffsunglück in Moskau

Drei Wochen nach der schweren Schiffskatastrophe auf der Wolga geht in Moskau ein Ausflugsboot mit Touristen unter. Wieder war das Schiff überladen. Wieder wurden elementare Sicherheitsregeln missachtet. Ermittler sprechen von mindestens neun Toten.

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Bei dem Schiffsunglück in Moskau sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen.

Quelle: dpa

Moskau. Bei einem Schiffsunglück mitten in Moskau sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Taucher holten am Sonntag zunächst acht Leichen aus dem Fluss Moskwa. Dort war das kleine Ausflugsschiff „Lastotschka“ (Schwalbe) mit 16 Touristen und Crew-Mitgliedern an Bord mit dem Frachtkahn „Oka-5“ zusammengestoßen und untergegangen. Das für zwölf Personen zugelassene Boot soll überladen gewesen sein. Die Passagiere hatten dort ausgelassen Geburtstag gefeiert.

Das Unglück ereignete sich nur drei Wochen nach dem Untergang des Ausflugsschiffs „Bulgaria“ auf der Wolga. Dabei waren 122 Menschen ums Leben gekommen. Auch die technisch marode „Bulgaria“ war mit mehr als 200 Menschen an Bord völlig überladen gewesen.

Sieben Menschen wurden in Moskau gerettet, wie der Vizechef des Moskauer Zivilschutzes, Juri Besedin, sagte. Unter den Toten war auch der 50 Jahre alte Kapitän, dem die „Lastotschka“ gehörte. Er soll einfachste Sicherheitsvorschriften missachtet haben und schon in der Vergangenheit wegen Rechtsverstößen aufgefallen sein, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörden, Wladimir Markin, nach Angaben der Agentur Interfax.

Das Boot auf der Moskwa sank bei Dunkelheit an einer Stelle mit mehr als drei Metern Tiefe zwischen den Sperlingsbergen und dem Luschniki-Stadion. Etwa 70 Taucher hatten bei schlechten Bedingungen im schmutzigen Wasser der Moskwa mit nur rund 50 Zentimetern Sichtweite nach den Vermissten gesucht. Die „Lastotschka“ sollte geborgen werden.

Die geretteten russischen Staatsbürger sind zwischen 25 und 38 Jahre alt. Auch zwei türkische Bürger wurden gerettetet, hieß es. Die meisten Opfer stammten nach Medienberichten aus dem Gebiet Wolgograd. Schiffsausflüge auf der Moskwa auch nachts sind bei Touristen in der russischen Hauptstadt besonders beliebt.

In der russischen Teilrepublik Karelien im Nordwesten des europäischen Teils Russlands sank am Sonntag auf dem Oneschsker See nahe der Stadt Petrosawodsk ein Schiff. Dabei ertranken zwei Menschen.

dpa

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Foto: das gesunkene Schiff "Bulgaria"

Drei Tage nach der Wolga-Katastrophe haben Taucher mittlerweile 100 Leichen aus dem Wrack geborgen - darunter sind etwa 20 Kinder. Bei dem schwersten Schiffsunglück in Russland seit 25 Jahren waren 79 der schätzungsweise 200 Menschen an Bord gerettet worden.

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