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Panorama Veganerin kämpft gegen Kuhglocken
Nachrichten Panorama Veganerin kämpft gegen Kuhglocken
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09:51 16.07.2015
Kuhglocken gehören für Alpenurlauber mit zur Szenerie. Von einem Verbot halten Tourismusleute und Traditionsverbundene nichts. Quelle: dpa
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Zürich

Schweizer Kühe gelten als glücklich. Das sei falsch, meint eine kämpferische Tierfreundin und fordert ein Kuhglocken-Verbot. "Für Kühe sind die Glocken in etwa so laut, als wenn wir uns einen Presslufthammer ans Ohr halten würden", wettert die dreifache Mutter und Veganerin.

Mit Medienauftritten und der Facebook-Gruppe "Kuhglocken out" kämpft Holten (41) seit rund einem Jahr dafür, den Schweizer Nationaltieren das Glockentragen zu ersparen. Etwas über 2000 Anhänger hat die Gruppe bereits - genug, um in ihrer Wahlheimat traditionsbewusste Menschen gegen sich aufzubringen. Mittlerweile gibt es auch eine Facebook-Gruppe "Pro Kuhglocken" hat mehr als 17.400 Anhänger. In einer Online-Petition schreiben sie wütend: "Wir wollen uns von Frau Holten nichts Abschaffen lassen!" 

"Geh doch, du holländischer Trottel"

Über die Glocken-Gegnerin fegt derzeit ein Shitstorm hinweg. "Geh doch, du holländischer Trottel, geh zurück zu deinen Windmühlen und sammle Tulpen", pöbelt ein Leser im Online-Kommentar seiner Zeitung. Sie habe anonyme Drohbriefe erhalten und jemand habe ihr mit einer Glocke in den Telefonhörer gebimmelt, erzählt Holten.

Doch Holten kann ihre Behauptungen auf eine Studie stützen: Die Untersuchung der renommierten Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich deutet an, dass Wiederkäuer in starkem Ausmaß unter dem Gewicht und dem Lärm leiden. Die Zürcher Tests zeigen, dass das Glockentragen nicht folgenlos ist: An sechs Messtagen bewegten dabei 19 Kühe mit 5,5 Kilogramm schweren Glocken ihre Köpfe seltener als glockenlose Artgenossinnen. Zudem fraßen und ruhten sie weniger. Die Wiederkaudauer war pro Tier mit Glocke um 2,5 Stunden reduziert.

Was du selber nicht gern hast, tue keinem anderen an." Um das zu illustrieren, hat sich Nancy Holten auf einer Wiese fotografieren lassen - mit einer großen Kuhglocke um den Hals. Quelle: dpa

"Mein Gott, sind diese Forscher weltfremd", schimpfte der Präsident des Schweizer Bauernverbands, Markus Ritter, im "Tages-Anzeiger". Im wirklichen Leben würden Bauern meist leichtere Glocken verwenden als die Forscher in ihrem Versuch. Zudem seien Glocken nun einmal notwendig, um in den weitläufigen Hochtälern der Alpen die Herden zusammenzuhalten und Tiere bei Nebel zu finden.

Anne-Sophie Galli und Thomas Burmeister

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