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Museen streichen "Cowboy" und "Indianer"

Politisch korrekte Kunst in Holland Museen streichen "Cowboy" und "Indianer"

Niederländische Museen durchforsten ihre Ausstellungen und streichen Worte wie "Neger", weil sie diskriminierend sind. Verschwinden sollen deshalb auch Begriffe wie "Cowboy" und "Indianer" – angeblich sind sie rassistisch.

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Koloniale Vergangenheit nicht verherrlichen: Der Cowboy (Symbolbild) kommt in den Niederlanden auf den Index.

Quelle: EPA/LARRY W. SMITH/Symbolbild

Amsterdam. Mohrenköpfe und Negerküsse sind schon tabu – rein sprachlich. Nun aber darf man in den Niederlanden auch nicht mehr von Eskimos, Indianern, Buschnegern, Mongolen, Mohren, Cowboys oder Hottentotten reden. All diese Worte sollen aus dem Sprachschatz gestrichen werden, weil sie nicht mehr politisch korrekt sind. Die koloniale Vergangenheit des Landes, so heißt es, soll nicht verherrlicht werden. Außerdem wolle man die Einwohner der einstigen Kolonien nicht beleidigen.

Worte wie Cowboy sind angeblich rassistisch

Was dem Zwarte Piet (Schwarzer Peter), dem Knecht von St. Nikolaus, widerfahren ist, das kommt nun auch auf viele Kunstwerke in niederländischen Museen und deren Beschreibung zu. So darf beispielsweise das aus dem Jahr 1594 stammende Bild des Malers Cornelis Haarlem, Titel: "Das Bad der Bathseba", nicht mehr die Bildunterschrift tragen, dass Bathseba von einer Negerdienerin gewaschen wird. Künftig muss es heißen: Sie wird von einer schwarzen Dienerin gewaschen. Auch so harmlose Worte wie Indianer oder Cowboy sollen aus dem Vokabular in niederländischen Museen verschwinden, weil sie angeblich rassistisch sind.

Begriffe sollen aus den Museen entfernt werden

Das Amsterdamer Rijksmuseum, das viele Werke der bekanntesten niederländischen Maler aus dem 17. Jahrhundert besitzt und zeigt, darunter die weltberühmte Nachtwache von Rembrandt, setzte sogar eine eigene Sprachkommission ein. Die Zensurbehörde hat zur Aufgabe, alle diskriminierenden Begriffe oder solche, die als diskriminierend empfunden werden könnten, aus den Bildunterschriften der Gemälde zu entfernen. "Die Sprache verändert sich, wie die Gesellschaft sich auch verändert", sagt die Sprachwissenschaftlerin Vivien Waszink. "Es gibt zu verschiedenen Zeiten immer wieder Worte, die tabuisiert werden."

Auch wachse der internationale Druck, die Sprache anzupassen. Weil eine UN-Kommission dies empfohlen hat, waren jetzt während des St.-Nikolaus-Festes immer weniger Schwarze Peter zu sehen. Und in der Karnevalssaison wird es wohl kaum noch Cowboys und Indianer geben, die im närrischen Treiben mitmischen. Schließlich sind auch diese Figuren nach der Lehre der politischen Korrektheit diskriminierend und kolonialistisch.

Von Helmut Hetzel

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