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Panorama Noch keine Spur von ausgebrochenem Sexualstraftäter
Nachrichten Panorama Noch keine Spur von ausgebrochenem Sexualstraftäter
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14:36 10.07.2011
Der 40-Jährige Sexualstraftäter gilt als „sehr gewalttätig“. Quelle: Polizeiinspektion Oldenburg/Stadt/Ammerland
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Oldenburg

Ein im Landkreis Ammerland ausgebrochener gewalttätiger und mehrfach vorbestrafter Sexualstraftäter ist seit Samstag auf der Flucht. Es gebe zwar viele Hinweise, aber noch keine heiße Spur, sagte ein Sprecher der Polizei in Oldenburg am Sonntag. Der 40-Jährige war aus dem Maßregelvollzug der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen bei Bad Zwischenahn ausgebrochen.

Der 40-Jährige habe den Ermittlungen zufolge die Gitterstäbe mit Hilfe eines breiten Schnürsenkels und eines Besenstiels aufgebogen, sagte Polizeisprecher Rolf Cramer. Wegen seiner schlanken Figur habe er keine Probleme gehabt, sich hindurchzuzwängen. Das Geländes des Landeskrankenhauses ist nicht gesichert. Der Mann ist nach Angaben von Chefarzt Joachim Dedden der erste, dem eine Flucht gelungen sei. Seit acht Jahren werden in der Klinik Sexualstraftäter untergebracht.

Die Flucht des Mannes war um 6 Uhr bei einem Kontrollgang bemerkt worden. Drei Stunden zuvor war er noch gesehen worden. Die Ermittler leiteten sofort eine Großfahndung ein. Die erste Überprüfung seiner privaten Kontakte im Umfeld der Klinik verlief aber zunächst erfolglos. Der aus Rheinland-Pfalz stammende Mann lebt seit 20 Jahren in Norddeutschland, seit einigen Jahren in Oldenburg.

Dort war er im Januar 2010 wegen einer Vergewaltigung verurteilt worden. Das Landgericht Aurich hatte ihn 2004 wegen versuchter Vergewaltigung, Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt. Die Polizei charakterisiert ihn als „sehr gewalttätig“. Er sei 1,70 Meter groß, habe schütteres Haar, trage eine Brille, habe ein lückenhaftes Gebiss und auf dem Unterarm ein Kreuz tätowiert.

Die psychiatrische Klinik hat knapp 100 Therapieplätze. Der 40-Jährige falle aufgrund seiner immensen Vorstrafen „aus dem Rahmen“, sagte Dedden. Er sei im vergangenen August in die Klinik gekommen. Erleichterungen während seines Aufenthaltes habe es bislang keine gegeben. Bis zu seiner Flucht habe er sich zurückhaltend und unauffällig verhalten.

Das Sozialministerium in Hannover hatte nach Bekanntwerden der Flucht umgehend einen Mitarbeiter nach Wehnen geschickt. Er werde am Montag einen Bericht vorlegen, sagte eine Ministeriumssprecherin am Sonntag.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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