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Keine Rucksäcke in Wacken und auf der Wiesn

Nach Bombenanschlag in Ansbach Keine Rucksäcke in Wacken und auf der Wiesn

Mit einer Rucksackbombe verletzte der Attentäter von Ansbach am Sonntag mehr als ein Dutzend Menschen. Deswegen denkt Münchens Oberbürgermeister jetzt über ein Rucksackverbot für das Oktoberfest nach. Die Wiesn-Wirte begrüßen die Überlegung. Beim Heavy-Metal-Festival in Wacken gilt das Verbot bereits.

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Auch auf der Berliner Fanmeile zur Fußball-EM waren keine Rucksäcke erlaubt.

Quelle: Kay Nietfeld

München. Die Wirte auf dem Oktoberfest in München, das am 17. September beginnt, begrüßen Überlegungen zu einem Rucksackverbot auf dem Volksfest. Man brauche dort Hunger, Durst und gute Laune, aber keinen Rucksack, sagte Wirte-Sprecher Toni Roiderer am Dienstagabend. "So teuer ist die Wiesn nicht, dass man mit einem Rucksack voll Geld hin muss." Sicherheit habe höchste Priorität. Man dürfe aber die Angst nicht herbeireden.

Der Ältestenrat des Stadtrates hatte entschieden, nach den jüngsten Anschlägen in Bayern sowie dem Amoklauf in München das Sicherheitskonzept in Abstimmung mit Sicherheitsbehörden und Polizei zu überprüfen und möglicherweise anzupassen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte im Bayerischen Rundfunk gesagt, dass auch über ein Verbot von Rucksäcken nachgedacht werde. "Ich glaube, die Menschen haben für so was Verständnis", sagte der 58-Jährige. Der Attentäter von Ansbach hatte seine Bombe in einem Rucksack versteckt.

Bei einem Bombenanschlag in Ansbach wurden 12 Menschen verletzt, drei von ihnen schwer. Der mutmaßliche Täter ist ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien. Möglicherweise hat die Bluttat einen islamistischen Hintergrund.

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Man habe auf dem größten Volksfest der Welt problemlos das Rauchverbot durchgesetzt, sagte Ludwig Hagn vom Löwenbräu-Festzelt. "Da sehe ich bei den Rucksäcken kein großes Problem." Toni Winklhofer vom Festzelt Tradition sagte, ein Rucksack störe am Ende nur. Im Bierzelt sei er im Weg und außerdem müsse man auf ihn aufpassen.

Verbot in Wacken gilt bereits

Einen Schritt weiter sind bereits die Veranstalter des Heavy-Metal-Festivals in Wacken (Schleswig-Holstein), das vom 4. bis 6. August stattfindet. Rucksäcke und Taschen sind in diesem Jahr auf dem gesamten Festivalgelände verboten. "Es darf nur noch eine kleine Bauchtasche mitgenommen werden für die persönlichen Gegenstände". Am Eingang wird scharf kontrolliert. Jeder muss sich vor Betreten des Festivalgeländes einer intensiven Personenkontrolle unterziehen. "Für die Sicherheit werden wir ein Maximum an Kontrollen durchführen, werden den Umfang der Kontrollen jedoch durch das Taschenverbot einschränken, damit sich am Einlass keine extrem langen Warteschlangen bilden", erklärte Festival-Produktionschef Helge Staack.

"Mit unseren Sicherheitskonzepten, den Absprachen mit den zuständigen Sicherheitsorganen, sind wir so gut vorbereitet, wie man auf so eine Veranstaltung vorbereitet sein kann", sagte Staack. Am ersten August-Wochenende werden in dem 1800-Einwohner-Ort Wacken wieder 75.000-Metal-Fans erwartet.

dpa/RND/are

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