Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Was trieb den Täter von Orlando?
Nachrichten Panorama Was trieb den Täter von Orlando?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:20 14.06.2016
Große Anteilnahme: Mehrere Tausend Menschen gedachten in Orlando der Opfer der Terrorattacke vom Wochenende. Quelle: dpa
Anzeige
Orlando

Nach dem folgenschwersten Terrorakt in den USA seit dem 11. September 2001 sucht das FBI fieberhaft nach Hinweisen auf die Motive des Todesschützen von Orlando. Die US-Bundespolizei hat nach den Worten ihres Direktors James Comey ein Dickicht von Äußerungen des Attentäters Omar Mateen zu entwirren, die dem ersten Anschein nach nicht zusammenpassen.

Das FBI schließt weiterhin nicht aus, dass es Mittäter oder Helfershelfer gibt - auch wenn Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton bereits von einem "einsamen Wolf" sprach. Augenzeugen zufolge soll der Täter den bei Homosexuellen beliebten Club vor dem Anschlag häufiger besucht haben. "Wir werden in die Zukunft schauen und in die Vergangenheit", versprach Comey. "Kein Stein bleibt auf dem anderen."

Täter bekannte sich zu Boston-Marathon-Anschlag

Comey hatte am Montag nach ersten Erkenntnissen ausgeschlossen, dass der Attentäter von einem internationalen Terrornetzwerk Instruktionen erhalten hatte.

Bei dem Blutbad in einem vorwiegend von Homosexuellen besuchten Club in Orlando waren in der Nacht zum Sonntag 49 unschuldige Menschen getötet worden. Die Polizei erschoss später auch den Täter. Unklar blieb zunächst, ob Unschuldige auch durch fehlgeleitete Polizeikugeln starben oder verletzt wurden.

Comey schilderte eine sehr verworrene Motivlage des Attentäters. Der Schütze habe sich während der Attacke in drei kurzen Telefonaten sowohl zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bekannt als auch zu den Attentätern des Boston-Marathons und zur islamistischen Al-Nusra-Front.

Vor einigen Jahren habe er gesagt, er sympathisiere mit der libanesischen Hisbollah-Miliz und mit Al-Kaida. Diese Organisationen rivalisieren aber, die Boston-Attentäter wiederum haben mit dem IS nichts zu tun.

Mehr zum Massaker von Orlando

Der Täter, den die Behörden als den 29 Jahre alten US-Bürger Omar Mateen identifizierten, arbeitete für eine Sicherheitsfirma in Florida. Seine 2011 von ihm geschiedene Ex-Frau sagte, er sei gewalttätig und psychisch labil gewesen. Mateen wurde als Sohn afghanischer Einwanderer 1986 in New York geboren. Sein Vater ist ein politischer Aktivist und sagt, sein Sohn habe extreme Probleme mit Homosexuellen gehabt.

Wurde Comey über das Internet radikalisiert?

Allerdings war Mateen Medienberichten zufolge häufiger Besucher des vorwiegend von Homosexuellen frequentierten Nachtclubs "Pulse", in dem er später das Blutbad anrichtete. Ein Augenzeuge berichtete dem "Orlando Sentinel", er habe ihn mindestens ein Dutzend Mal in dem Club gesehen. Andere Augenzeugen erklärten, Mateen habe auch eine bei Schwulen populäre Dating-App benutzt. Den Berichten zufolge sind die Informationen Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen zur Motivlage.

Comey und US-Präsident Barack Obama erklärten, Mateen sei von verschiedenen Quellen über das Internet extremistisch inspiriert worden. Es sei extrem schwierig, jemanden vor einem Anschlag ausfindig zu machen, der sich selbst radikalisiere. Obama wird nach Angaben des Weißen Hauses am Donnerstag nach Orlando reisen.

Große Anteilnahme

Schon am Dienstag versammelten sich mehrere Tausend Menschen in Orlando und gedachten der Opfer der Terrorattacke vom Wochenende. Etliche von ihnen trugen Regenbogenflaggen oder Blumen bei sich. Auf Plakaten waren Botschaften wie "Liebe siegt" und "Orlando ist stärker" zu lesen.

Bei einer Bluttat starben in einem Schwulenclub Orlando 50 Menschen, 53 wurden verletzt. Die Anteilnahme ist riesig.

dpa/RND/zys

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Darsteller stirbt mit 76 Jahren - "Alf" ist tot

Er steckte immer unter einem dicken Kostüm und steht doch für den Erfolg einer echten Kultserie: Der kleinwüchsige Schauspieler Michu Meszaros, der in der Fernsehserie "Alf" einen zotteligen Außerirdischen spielte, ist nach Angaben seines langjährigen Managers gestorben.

13.06.2016

Eine Auseinandersetzung unter Asylbewerbern in Gelsenkirchen ist am Montag eskaliert: Ein 19 Jahre alter Flüchtling ist tot.

13.06.2016
Panorama Schädlingsbekämpfung - Taxi für Marienkäfer

In Dänemark sollen Marienkäfer und Milben künftig mit einer Art Taxi-Service in ihre Einsatzgebiete gebracht werden: Ein Forscherteam der Syddansk Universitet und der Universität Aarhus arbeitet gemeinsam mit der Firma Ecobotix an der Entwicklung einer „Öko-Drohne“.

16.06.2016
Anzeige