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„Oscar“-Gewinner soll Paar zu Mord an Sohn inspiriert haben

„Manchester by the Sea“ „Oscar“-Gewinner soll Paar zu Mord an Sohn inspiriert haben

Ernest und Heather F. sollen ihren behinderten Adoptivsohn ermordet und das Verbrechen dann mit einem Hausbrand zu vertuschen versucht haben. Die Inspiration zu der Tat lieferte laut Staatsanwaltschaft der Film „Manchester by the Sea“.

Beim Schauen von „Manchester by the Sea“ sollen ein Ehepaar in den USA auf die Idee gekommen sein, das eigene Kind zu töten und den Mord durch einen Hausbrand zu vertuschen.

Quelle: dpa(Symbolfoto)/Universal

Norwich. Im Film „Manchester by the Sea“ sterben die Kinder eines Paars bei einem Hausbrand, der als Unfall eingestuft wird.

Im echten Leben soll ein Paar - nachdem es den mit mehreren Oscars ausgezeichneten Streifen gesehen hatte - seinen behinderten Adoptivsohn ermordet und das Verbrechen anschließend mit einem Hausfeuer zu vertuschen versucht haben. Das geht aus Angaben von Staatsanwalt Joseph McBride hervor.

Kind schon vor dem Feuer gestorben

Der 16-jährige Jeffrey F. sei innerhalb von Stunden getötet worden, nachdem seine Adoptiveltern Ernest und die derzeit schwangere Heather F. den Film am 28. Februar gesehen hätten, sagte McBride bei einer Kautionsanhörung für das Paar in der vergangenen Woche.

Zwei Tage zuvor hatte „Manchester by the Sea“ im Februar Oscars für Hauptdarsteller Casey Affleck und Drehbuchautor und Regisseur Kenneth Lonegran gewonnen. McBride sagte, eine Untersuchung habe gezeigt, dass der Teenager vor dem Feuer gestorben sei.

Dem Paar werden Mord, Brandstiftung und Beweismanipulation vorgeworfen. Der Anwalt von Heather F., Michael Trosset, sagte dem Gericht, sie sei „unschuldig bis ihre Schuld bewiesen ist“. Der Verteidiger von Ernest F., John Cameron, sagte, sein Büro habe einen forensischen Pathologen angeheuert, um zu ermitteln. Es sei unklar, ob der Film „Manchester by the Sea“ irgendeine Bedeutung in dem Fall gehabt habe. „Wir untersuchen alle Aspekte dieses Falls“, sagte Cameron.

Vater ging Gassi, Mutter war einkaufen – um Mitternacht

„Manchester by the Sea“ erzählt die Geschichte eines Mannes, der versehentlich einen Hausbrand legt, bei dem seine Kinder ums Leben kommen, und der nicht strafrechtlich verfolgt wird. Bei der Oscar-Verleihung am 26. Februar bekam Affleck den Preis für den besten Hauptdarsteller für seine Darstellung des Vaters der Kinder. Regisseur Lonegran wurde für das beste Original-Drehbuch ausgezeichnet.

Staatsanwalt McBride verwies darauf, dass Afflecks Filmfigur gesagt werde, dass man nicht strafrechtlich dafür verfolgt werden könne, seine Kinder versehentlich getötet zu haben. Innerhalb von zwei Stunden, nachdem das Paar den Film zu sehen bekommen habe, sei Jeffrey gestorben, sagte McBride bei der Kautionsanhörung am vergangenen Freitag.

Nach Behördenangaben wurde der Brand gegen 1.15 Uhr morgens am 1. März im Haus der Familie in der ländlichen Stadt Guilford gemeldet, etwa 90 Kilometer südöstlich von Syracuse im US-Staat New York. Ernest F. verwies demnach auf das Zimmer, in dem der Teenager gelegen habe, als die Polizei vor Ort eintraf. Jeffrey F. soll geistig und körperlich behindert gewesen sein.

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Bei den Oscars geht es immer auch um Mode. Die Kleider waren wieder einmal knapp und tief ausgeschnitten. Die Männer kleideten sich dagegen klassisch. Top oder Flop? Das Urteil der ehemaligen GNTM-Gewinnerin Barbara Meier.

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Der Vater soll der Polizei gesagt haben, er habe außerhalb des Hauses die Hunde der Familie gejagt, als das Feuer ausgebrochen sei. Unterdessen gab Heather F. laut Behörden an, sie sei auf der Suche nach einem bestimmten Produkt zu zwei Geschäften gegangen, als sie zwischen 23.30 Uhr bis etwa 2.30 Uhr morgens mit dem Auto unterwegs gewesen sei.

Eine Autopsie ergab laut McBride, dass Jeffrey bereits tot war, als das Feuer begann. „Das Opfer wurde schwer verbrannt“, sagte McBride bei der Anhörung. „Wegen der Schäden am Leichnam durch das Feuer ist der Pathologe nicht dazu in der Lage, die Todesursache zu ermitteln.“

Die Kaution für Ernest F. wurde auf 250.000 Dollar (knapp 235.000 Euro) in bar angesetzt, die für Heather F. auf 125.000 Dollar (117.000 Euro). Bis Mittwoch hatte keiner von beiden die Kaution hinterlegt.

Von ap/RND/zys

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