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"Dieses Paket gebe ich nicht beim Nachbarn ab"

Paket-Zusteller genervt von Empfänger "Dieses Paket gebe ich nicht beim Nachbarn ab"

Ein Zusteller soll ein Paket abliefern, aber der Empfänger ist wieder einmal nicht zu Hause. Da platzt dem Hermes-Boten der Kragen. Er nimmt das Paket wieder mit und hinterlässt eine böse Nachricht. Auf Facebook haben Nutzer Verständnis dafür.

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Umschlag von Hermes-Paketen in Hamburg: Ein Zusteller des Unternehmens hat einen Empfänger mehrfach zu Hause nicht angetroffen. Daraufhin hat er ihm eine wütende Nachricht hinterlassen.

Quelle: Uwe Zucchi/dpa/Symbolbild

Hannover. "Ihr seid nie da, bestellt aber wie verrückt", hat der Zusteller auf die Benachrichtigungskarte gekritzelt. Seine Schrift ist schwer zu lesen, wahrscheinlich weil er aufgebracht war. "Dieses Paket gebe ich nicht beim Nachbarn ab." Dieses Mal nicht. Stattdessen schlägt er dem Empfänger für die Zukunft vor: "1. Möglichkeit. Ihr bestellt künftig direkt zur Arbeit." Oder: "2. direkt zu einem Paketshop in Eurer Nähe." Er jedenfalls will kein Paket mehr an diese Adresse liefern.

Wenn der Postmann nicht mehr 2x klingelt

Posted by SLEAZE on Donnerstag, 6. August 2015

Die Benachrichtigungskarte wurde auf Facebook veröffentlicht. Die Website "Sleaze" verbreitete sie vor einigen Tagen, und seitdem kommentierten schon einige Hundert Menschen die Wut-Botschaft des Zustellers. Viele kritisierten den Hermes-Mitarbeiter. "Was will dieser Mensch? Das ist sein Job", schrieb zum Beispiel ein Nutzer. Eine Frau meinte: "Wenn er keine Lust zum arbeiten hat, muss er kündigen."

Genervte Nachbarn

Viele Menschen haben aber auch Verständnis für ihn: "Wollte Euch mal sehen, wenn Ihr 10 X dahin rennt und trefft nie einen an." Eine Frau erzählt: "Da mein Mann ganztägig zu Hause ist, wird meist bei uns sämtliche Paketpost der ganzen Neubausiedlung abgegeben." Vor Weihnachten seien es besonders viele Sendungen gewesen. "Wir mussten dann hinter den Nachbarn mit den teils schweren Weinpaketen hinterherlaufen, da sie es anscheinend nicht für nötig halten, ihre Pakete bei uns abzuholen. Für diese Nachbarn nehmen wir künftig keine Pakete mehr an."

Offenbar hat der Paket-Zusteller ein Thema angesprochen, das viele Menschen bewegt. Medien wie Focus und die Rheinische Post berichteten darüber – und das, obwohl der Fall schon zwei Jahre alt ist, wie ein Sprecher von Hermes auf Anfrage berichtet. Der Mitarbeiter habe damals über einen "längeren Zeitraum hinweg mehrmals pro Woche Sendungen zustellen" sollen, habe den Empfänger aber "nie oder so gut wie nie persönlich angetroffen". Dem Zusteller ist dann irgendwann "unglücklicherweise der Kragen geplatzt".

Ware wurde noch zugestellt

Mit dem Zusteller habe man anschließend "ein klärendes Gespräch" geführt und ihn darauf hingewiesen, "dass solche oder ähnliche Anmerkungen auf einer Benachrichtigungskarte nichts zu suchen haben". Der Zusteller habe sich entschuldigt. "Beim Versender des Pakets haben wir uns damals ebenfalls umgehend entschuldigt", sagte der Sprecher. "Der Empfänger wurde von unserem Kundenservice kontaktiert, hat aber nicht reagiert." Und das Paket? "Die Ware konnte wenig später ordnungsgemäß zugestellt werden", versicherte der Hermes-Sprecher.

Markus Werning

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