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Diese Frau bekommt den "Weltlehrerpreis"

Auszeichnung für Palästinenserin Diese Frau bekommt den "Weltlehrerpreis"

Inmitten von Gewalt will sie Kindern mit Spielen helfen. Dafür wird die Palästinenserin Hanan al-Hrub mit dem "Weltlehrerpreis" ausgezeichnet.

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Die Palästinenserin Hanan al-Hrub ist mit dem "Weltlehrerpreis" ausgezeichnet worden.

Quelle: EPA/DUBAI GOVERNMENT

Dubai. Die Palästinenserin Hanan al-Hrub ist für ihr Engagement gegen Gewalt mit dem hoch dotierten "Weltlehrerpreis" ausgezeichnet worden. Laudator Papst Franziskus sagte in einer Videobotschaft bei der Ehrung, er gratuliere der Grundschullehrerin aus Ramallah im Westjordanland zu der mit einer Million Dollar Preisgeld verbundenen Auszeichnung. Al-Hrub habe sich die Würdigung verdient "wegen der Wichtigkeit, die sie der Rolle des Spielens in der Erziehung eines Kindes beimisst".

Auslöser waren Schüsse auf ihren Mann

Al-Hrub ist in einem palästinensischen Flüchtlingslager aufgewachsen. "Ich wurde in einer Umgebung voll von Gewalt groß, ich hatte keine wirkliche Kindheit", sagt sie in einem Video auf der offiziellen Website des Preises. Als ihr Mann eines Tages durch Schüsse verletzt worden sei, als er die gemeinsamen Kinder Schule brachte, sei dies ein Schock gewesen. Al-Hrub habe sich dann entschieden, ihren traumatisierten Kindern mit Spielen zu helfen – und Lehrerin zu werden.

Als Lehrende versuche sie, einen gewaltlosen Umgang mit Respekt und gegenseitigem Vertrauen zwischen den Kindern aufzubauen. Ihr Ansatz – beschrieben in dem Buch "Wir spielen und lernen" – habe zu einem Rückgang von gewalttätigem Verhalten geführt, heißt es auf der Internetseite.

Preis wurde erst zum zeiten Mal verliehen

Palästinenservertreter feierten die Preisträgerin am Montag. "Hanan al-Hrub hat uns nicht nur Optimismus und Hoffnung gegeben, sondern macht uns auch stolz", sagte Ministerpräsident Rami Hamdallah vor einigen Hundert Menschen, die in Ramallah zusammengekommen waren.

Die Auszeichnung ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund der jüngsten Gewaltwelle in Israel und den Palästinensergebieten. Binnen eines halben Jahres sind bei palästinensischen Anschlägen 29 Israelis getötet worden. Rund 200 Palästinenser kamen ums Leben, meistens bei ihren eigenen Attacken.

Hinter dem "Weltlehrerpreis" steht die gemeinnützige Varkey Stiftung mit Sitz in London. Schirmherr der Verleihung am Sonntagabend in Dubai war Mohammed al-Maktum, Vize-Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate und Emir von Dubai. Weitere Videobotschaften kamen unter anderem von Großbritanniens Prinz William, dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton sowie dem amtierenden US-Vizepräsidenten Joe Biden. Der "Weltlehrerpreis" wurde zum zweiten Mal verliehen. Unter den zehn Finalisten war kein Deutscher.

dpa

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