Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Papst trifft russisch-orthodoxen Patriarchen
Nachrichten Panorama Papst trifft russisch-orthodoxen Patriarchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:40 05.02.2016
Zwischen Papst Franziskus (links) und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill wird es zu einem historischen Treffen auf Kuba kommen. Quelle: Giorgio Onorati/dpa
Anzeige
Rom

Erstmals in der Geschichte kommen ein Papst und ein russisch-orthodoxer Patriarch bei einer Audienz zusammen. Das historische Treffen zwischen Franziskus und Kirill ist für 12. Februar auf Kuba geplant, wie der Vatikan am Freitag mitteilte. Der Papst legt dort auf seinem Weg zu einem mehrtägigen Besuch in Mexiko eine Zwischenstation ein.

Noch nie dagewesenes Treffen

Die Kirchenoberhäupter wollen bei ihrer rund zweistündigen Begegnung am Flughafen von Havanna zunächst miteinander sprechen und dann eine gemeinsame Erklärung verabschieden. "Dieses Treffen zwischen den beiden Oberhäuptern der katholischen Kirche und der russisch-orthodoxen Kirche, nach langer Vorbereitung, wird das erste in der Geschichte sein und markiert eine wichtige Etappe in den Beziehungen der beiden Kirchen", sagte Vatikansprecher Federico Lombardi.

"Der Heilige Stuhl und das Patriarchat Moskau hoffen, dass es auch ein Zeichen der Hoffnung für alle Menschen guten Willens sein wird", erklärte Lombardi. Metropolit Ilarion, der Verbunds-Oberbischof, sprach in Moskau von einem "wichtigen Schritt in den Beziehungen zwischen den Kirchen". Er ist für die Außenbeziehungen der russisch-orthodoxen Kirche zuständig.

Kuba als neutraler Ort der Begegnung

Patriarch Kirill habe darauf bestanden, die Begegnung an einem neutralen Ort abzuhalten und nicht in Europa. "Gerade mit Europa ist die schwere Geschichte der Trennungen und Konflikte zwischen Christen verbunden", sagte Ilarion.

Zu dem Treffen kommt laut Vatikan auch Kubas Präsident Raúl Castro an den Flughafen. "Wenn man sich auf Kuba trifft, heißt das, dass Kuba als ein geeigneter Ort angesehen wird", betonte Lombardi. Präsident Castro sei natürlich in die Organisation eingebunden gewesen.

"Ich denke, es ist offensichtlich, dass jeder Schritt in Richtung des Dialogs, des Verständnisses, des Willens sich anzunähern, sich zu verständigen, gemeinsam weiterzugehen, mit Blick auf die gespaltene Vergangenheit ein positives Zeichen ist", betonte Lombardi.

dpa

Gespaltene Geschichte

  • Die orthodoxen Kirchen sind seit der Kirchenspaltung (Schisma) vor fast 1000 Jahren eigenständig: Im Jahr 1054 hatten sich die Oberhäupter der Ostkirche in Byzanz und der Westkirche in Rom gegenseitig exkommuniziert.
  • Die "orthodoxe Welt" ist in mehr als eine Dutzend unabhängige Kirchen zersplittert. Größte ist russisch-orthodoxe Kirche mit – nach eigenen Angaben – rund 150 Millionen Gläubigen.
  • Theologisch trennt die Orthodoxen nur wenig von den Katholiken – auch Patriarch Kirill hob in der Vergangenheit immer wieder die gemeinsamen Werte hervor. Jedoch gibt es auch immer wieder Kritik – etwa an katholischen Missionaren in Russland.
  • Annäherung: Stein des Anstoßes für die Orthodoxen ist auch die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine, deren Liturgie orthodox ist, die aber den Papst als Oberhaupt anerkennt.
  • In jüngster Zeit gab es neue Signale der Annäherung zwischen dem Heiligen Stuhl und der orthodoxen Kirche. Über ein Treffen der Kirchenoberhäupter wurde seit Jahren verhandelt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein halbes Jahr hatte ein amerikanischer Lottospieler Zeit, seinen Gewinn in Höhe von 63 Millionen US-Dollar abzuholen. Jetzt ist die Frist abgelaufen und das Geld kommt Schulen zugute.

05.02.2016

Der Düsseldorfer Rosenmontagszug könnte wegen einer Sturmwarnung abgesagt werden. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Sturmböen mit Windstärke 9 bis 10 - ab Windstärke 8 findet der Zug nicht statt. Eine endgültige Entscheidung gibt es frühestens am Samstag.

05.02.2016

An der Universität Erlangen-Nürnberg hat es am Freitagvormittag einen großen Polizeieinsatz gegeben. Am Morgen sei ein anonymes Schreiben mit einer Drohung gegen das Gebäude unter anderem bei der Polizei eingegangen.

05.02.2016
Anzeige