Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Papst trifft russisch-orthodoxen Patriarchen

Erste Begegnung seit 1000 Jahren Papst trifft russisch-orthodoxen Patriarchen

Nach fast 1000-jähriger Kirchenspaltung trifft Papst Franziskus den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill. Der katholische Kirchenoberhaupt ging in seiner Amtszeit das an, was unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. nicht geklappt hat.

Voriger Artikel
Lotto-Gewinner holt 63 Millionen nicht ab
Nächster Artikel
Prozess gegen früheren KZ-Wachmann

Zwischen Papst Franziskus (links) und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill wird es zu einem historischen Treffen auf Kuba kommen.

Quelle: Giorgio Onorati/dpa

Rom. Erstmals in der Geschichte kommen ein Papst und ein russisch-orthodoxer Patriarch bei einer Audienz zusammen. Das historische Treffen zwischen Franziskus und Kirill ist für 12. Februar auf Kuba geplant, wie der Vatikan am Freitag mitteilte. Der Papst legt dort auf seinem Weg zu einem mehrtägigen Besuch in Mexiko eine Zwischenstation ein.

Noch nie dagewesenes Treffen

Die Kirchenoberhäupter wollen bei ihrer rund zweistündigen Begegnung am Flughafen von Havanna zunächst miteinander sprechen und dann eine gemeinsame Erklärung verabschieden. "Dieses Treffen zwischen den beiden Oberhäuptern der katholischen Kirche und der russisch-orthodoxen Kirche, nach langer Vorbereitung, wird das erste in der Geschichte sein und markiert eine wichtige Etappe in den Beziehungen der beiden Kirchen", sagte Vatikansprecher Federico Lombardi.

"Der Heilige Stuhl und das Patriarchat Moskau hoffen, dass es auch ein Zeichen der Hoffnung für alle Menschen guten Willens sein wird", erklärte Lombardi. Metropolit Ilarion, der Verbunds-Oberbischof, sprach in Moskau von einem "wichtigen Schritt in den Beziehungen zwischen den Kirchen". Er ist für die Außenbeziehungen der russisch-orthodoxen Kirche zuständig.

Kuba als neutraler Ort der Begegnung

Patriarch Kirill habe darauf bestanden, die Begegnung an einem neutralen Ort abzuhalten und nicht in Europa. "Gerade mit Europa ist die schwere Geschichte der Trennungen und Konflikte zwischen Christen verbunden", sagte Ilarion.

Zu dem Treffen kommt laut Vatikan auch Kubas Präsident Raúl Castro an den Flughafen. "Wenn man sich auf Kuba trifft, heißt das, dass Kuba als ein geeigneter Ort angesehen wird", betonte Lombardi. Präsident Castro sei natürlich in die Organisation eingebunden gewesen.

"Ich denke, es ist offensichtlich, dass jeder Schritt in Richtung des Dialogs, des Verständnisses, des Willens sich anzunähern, sich zu verständigen, gemeinsam weiterzugehen, mit Blick auf die gespaltene Vergangenheit ein positives Zeichen ist", betonte Lombardi.

dpa

Gespaltene Geschichte

  • Die orthodoxen Kirchen sind seit der Kirchenspaltung (Schisma) vor fast 1000 Jahren eigenständig: Im Jahr 1054 hatten sich die Oberhäupter der Ostkirche in Byzanz und der Westkirche in Rom gegenseitig exkommuniziert.
  • Die "orthodoxe Welt" ist in mehr als eine Dutzend unabhängige Kirchen zersplittert. Größte ist russisch-orthodoxe Kirche mit – nach eigenen Angaben – rund 150 Millionen Gläubigen.
  • Theologisch trennt die Orthodoxen nur wenig von den Katholiken – auch Patriarch Kirill hob in der Vergangenheit immer wieder die gemeinsamen Werte hervor. Jedoch gibt es auch immer wieder Kritik – etwa an katholischen Missionaren in Russland.
  • Annäherung: Stein des Anstoßes für die Orthodoxen ist auch die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine, deren Liturgie orthodox ist, die aber den Papst als Oberhaupt anerkennt.
  • In jüngster Zeit gab es neue Signale der Annäherung zwischen dem Heiligen Stuhl und der orthodoxen Kirche. Über ein Treffen der Kirchenoberhäupter wurde seit Jahren verhandelt.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
MTV Video Music Awards: Die besten Outfits

Glitzer, Glamour und ganz viel Haut: Am Sonntag wurden in New York die MTV Video Music Awards verliehen – da durften auch ausgefallene Outfits natürlich nicht fehlen.