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Spektakuläre Lichtschau am Petersdom

Rom feiert "Jahr der Barmherzigkeit" Spektakuläre Lichtschau am Petersdom

Mit den Worten "Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit" hat Papst Franziskus am Dienstag das "Jahr der Barmherzigkeit" eingeläutet. Am Abend nach der Öffnung der Heiligen Pforte gab es an der Kuppel des Petersdoms eine spektakuläre Lichtschau zu bestaunen.

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Mit den Worten "Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit" hat Papst Franziskus (unten re.) am Dienstag das "Jahr der Barmherzigkeit" eingeläutet. Am Abend gab es eine spektakuläre Lichtschau.

Quelle: afp/dpa/Montage

Rom. Papst Franziskus musste mehrfach drücken, bevor sich die schweren Flügel des Nordportals des Petersdoms nach innen öffneten. Langsamen Schrittes ging der Pontifex dann in seine Basilika hinein, hin zum Hauptaltar, der sich über dem Grab des Apostels Petrus erhebt. Ihm folgte sein Vorgänger Benedikt XVI., der im Februar 2013 von seinem Amt zurückgetreten war. Vom Alter gebeugt, den Gehstock in der Rechten und gestützt von seinem Privatsekretär Georg Gänswein, durchschritt auch der 88-Jährige die Heilige Pforte.

Zum Start des "Jahres der Barmherzigkeit" wurde an die Fassade des Petersdoms eine spektakuläre Lichtschau projiziert, die sich mit Themen rund um den Pariser Klimagipfel befassen. Hier eine Bildergalerie.

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Mit den Worten "Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit" war Franziskus zuvor an die seit fast 15 Jahren verschlossene Bronzepforte herangetreten. Der Vers 19 aus Psalm 118 ist die übliche Formel zur Öffnung der Heiligen Tür. Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. hatte sie zuletzt im Heiligen Jahr 2000 aufgemacht und Anfang 2001 wieder zugeschlossen. Manches hat sich seit damals verändert in der Ewigen Stadt - nicht nur, dass viele Gläubige, die am Dienstag den Päpsten, Kardinälen und Spitzenpolitikern durch die Heilige Pforte folgten, für Selfies mit dem Smartphone stehen blieben.

Umfangreiche Sicherheitschecks wegen Terrorgefahr

Die rund 50.000 Menschen, die zur Messe auf den Petersplatz strömten, mussten sich angesichts von Terrordrohungen auch umfangreiche Sicherheitschecks gefallen lassen. Die Polizei war mit tragbaren Metalldetektoren im Einsatz, Taschen, Beutel und auch Kinderwagen wurden kontrolliert. Über Rom galt ein Flugverbot. Am Ende wurde es bei erst regnerischem und dann aufhellendem Dezemberhimmel eine friedliche Feier. In seiner Predigt stellte Franziskus (78) den verzeihenden über den strafenden Gott.

Der Islamische Staat (IS) hatte in seiner Propaganda schon seit dem vorigen Jahr Rom als Zentrum der Christenheit zu einem Angriffsziel erklärt. Nach den Anschlägen von Paris am 13. November waren in und um Rom Stimmen laut geworden, das "Jubiläum der Barmherzigkeit" doch abzusagen oder zu verschieben.

Papst Franziskus ließ sich nicht beirren

Der Papst ließ sich nicht beirren. Er ließ sich auch nicht davon abbringen, Ende November die von blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen zerrissene Zentralafrikanische Republik zu besuchen. Neun Tage vor jener in Rom öffnete er eine Heilige Tür zur Kathedrale von Bangui.

Polizei und Carabinieri, vatikanische Gendarmerie und Schweizergarde sicherten am Dienstag einen ungestörten Ablauf der Feier. Der Papst segnete ein für das Jubeljahr gedrucktes wertvolles Evangeliar mit prächtigen Abbildungen. Es wurde aufgeschlagen auf einem kleinen Thron platziert, zu sehen war eine Darstellung, wie der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria die Geburt Jesu' ankündigt. Der 8. Dezember ist im katholischen Kalender auch das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis.

Spektakuläre Lichtschau am Petersdom

Am Abend begann am Petersdom noch eine spektakuläre Lichtschau. Unter dem Motto "Fiat Lux" (Es werde Licht) wurden Motive weltbekannter Fotografen zu Themen wie Klimawandel, Natur und Menschheit auf Fassade und Kuppel projiziert.

Der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung, der das Jubeljahr organisiert, verspricht allen Pilgern, die sich auf den Weg nach Rom machen, eine Urkunde. Wie viele tatsächlich kommen werden, darüber will niemand mehr Schätzungen abgeben. Die römischen Hoteliers kamen jedenfalls bisher nicht auf ihre Kosten. Obwohl der 8. Dezember im katholischen Italien ein beliebter Feiertag ist, standen nach Verbandsangaben zu Wochenbeginn 30 Prozent der Betten leer - weit mehr als vor einem Jahr um diese Zeit.

dpa

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