Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Unheilbar kranke Athletin plant nach Rio ihren Tod

Sportlerin Marieke Vervoort Unheilbar kranke Athletin plant nach Rio ihren Tod

Marieke Vervoort tritt in Rio ein letztes Mal im Handbike an. Danach plant sie ihren Tod, die ersten Vorbereitungen dafür hat sie schon getroffen. Denn der Sport sei ihr einziger Grund zu leben, sagt sie. Und mit dem Sport müsse sie wegen ihrer Krankheit nach den Paralympics aufhören.

Voriger Artikel
Adele bei H&M – und dann streikt die Kreditkarte
Nächster Artikel
Mutmaßlicher Vergewaltiger wehrt sich

Die Sportlerin Marieke Vervoort leidet an einer unheilbaren Krankheit. In Rio will sie ein letztes Mal starten.

Quelle: Kerim Okten/EPA

Rio. Die belgische Sportlerin Marieke Vervoort erwägt die Inanspruchnahme der Sterbehilfe – in ihrer Heimat ist das erlaubt. Nach den Spielen in Rio de Janeiro werde sie ihre sportliche Karriere beenden, "und der Sport ist mein einziger Grund zu leben", sagte die 37-Jährige der französischen Zeitung Le Parisien. Die Paralympics finden vom 7. bis zum 18. September statt, also etwa einen Monat nach den Olympischen Spielen.

Papiere für Sterbehilfe liegen bereit

Vervoort hat eine unheilbare, degenerative Krankheit, die ihre Beine lähmt und ihr starke Schmerzen bereitet. Es werde für sie immer schwerer, zu trainieren, berichtete Vervoort. Es sei hart zu akzeptieren, dass immer weniger Aktivitäten möglich seien. Nach den Paralympics in Rio werde sie schauen, "was das Leben für mich bereithält", sagte sie der Zeitung "L'Avenir". "Allerdings denke ich inzwischen sehr intensiv über aktive Sterbehilfe nach."

Die Papiere für die Sterbehilfe lägen schon bereit, und sie habe auch feste Vorstellungen über ihre Beerdigung, berichtete die Zeitung "Le Parisien". Es soll keinen Gottesdienst geben und keinen Kuchen: "Ich möchte, dass alle mit einem Glas Champagner dastehen und an mich denken."

Noch einmal Gold gewinnen

In Rio will Vervoort noch einmal eine Medaille holen. Dies werde schwer, sei trotz zunehmender körperlicher Defizite aber möglich: "Ich möchte meine Karriere auf dem Podium beenden." Die Belgierin hatte bei den Paralympics in London 2012 die Goldmedaille über 100-Meter-Rollstuhl-Sprint gewonnen.

Über ihre täglichen Schmerzen berichtete die Belgierin sehr bewegend. "Alle sehen mich lachen, aber niemand sieht die dunkle Seite", sagte sie: "Ich leide sehr, manchmal schlafe ich nur zehn Minuten." Sie sei schon mehrmals nachts in Ohnmacht gefallen, ihr Hund habe ihr schließlich das Gesicht geleckt, bis sie wieder erwachte.

sid/RND/wer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.