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Party statt Trauermarsch in Bad Nenndorf

Neonazi-Aufmarsch Party statt Trauermarsch in Bad Nenndorf

Deutlich weniger Rechtsextreme als erwartet sind am Wochenende durch die Kurstadt Bad Nenndorf marschiert. Die Bürger protestierten auf ihre Art gegen den jährlichen Aufmarsch: In den Gärten entlang der Aufzugstrecke wurde bei Privatpartys getanzt und gesungen.

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Etwa 1000 Menschen haben in Bad Nenndorf gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten protestiert.

Quelle: dpa

Bad Nenndorf. Bunter Protest gegen Neonazis: Mit einer Demonstration und zahlreichen Privat-Partys haben knapp 1000 Menschen in Bad Nenndorf gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten protestiert.

Diesmal kamen bereits deutlicher weniger Neonazis als erwartet zu dem Aufmarsch - nach Polizeiangaben waren es etwa 640, 300 weniger als im vergangenen Jahr. „Wenn man die Entwicklung der letzten Jahre betrachtet, scheint das Einsatzkonzept der Polizei Wirkung zu entfalten“, sagte Gesamteinsatzleiter Frank Kreykenbohm.

Seit 2006 versammeln sich Rechtsextremisten und Neonazis in der kleinen Kurstadt westlich von Hannover. Sie ziehen zum Wincklerbad, das von 1945 bis 1947 Verhörzentrum der britischen Besatzungsmacht war. Weil dort auch Deutsche gefoltert worden sein sollen, bezeichnen die Neonazis ihre Veranstaltung als „Trauermarsch“.

Die protestierenden Bürger ließen die Aufzugstrecke aber zu einer Partymeile werden. „Das war ein deutlicher Gegensatz zu dem sogenannten Trauermarsch“, sagte der Gesamteinsatzleiter der Polizei, Frank Kreykenbohm.

Entlang der Marschroute der Rechtsextremisten feierten Bad Nenndorfer Bürger unter anderem Geburtstagspartys mit bunten Luftballons und Fähnchen. Rentner tanzten im Garten zu lauter Musik. „Die Bürger wollen sich ihren Ort nicht symbolisch von den Nazis abnehmen lassen“, erläuterte DGB-Regionssekretär Steffen Holz vom Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“.

Die Proteste gegen die Rechtsradikalen verliefen friedlich

Erstmals veranstaltete auch die jüdische Gemeinde ihre Sabbatfeier in unmittelbarer Nähe zur Neonazi-Demo, weil das Gemeindezentrum dorthin umgezogen ist. Allen Mitgliedern sei es wichtig gewesen, die Feier nicht abzusagen, erklärte die Gemeindevorsitzende Marina Jalowaja. „Die Älteren, die den Holocaust überlebt haben, haben Angst. Trotzdem wollen wir Sabbat feiern.“

Die Proteste gegen den Aufmarsch der schweigenden Rechtsradikalen verliefen friedlich. „Es hat keinerlei Störungen gegeben, nicht einmal Versuche“, sagte Polizeisprecher Axel Bergmann am Samstagnachmittag. Etwa 2000 Polizisten waren im Einsatz.

„Wir haben keine rechte Szene und auch keine Wahlerfolge von rechtsradikalen Parteien“, betonte Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese (SPD). „Wir wollen diese importierte Neonazi-Szene nicht.“ Die Stadt erhofft sich nun Hilfe von staatlicher Seite, um ein Mittel gegen die jährlichen Aufmärsche zu finden.

Der niedersächsische Verfassungsschutz hatte die Anreise von bis zu 1000 Rechtsextremisten aus ganz Deutschland befürchtet, die das Wincklerbad zu einer Art „Wallfahrtsstätte“ der Szene machen wollen. Der „Trauermarsch“ sei dabei Vorwand, um das Gedankengut der Nationalsozialisten zu verbreiten und NS-Verbrechen zu relativieren.

dpa

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Foto: In Bad Nenndorf protestieren etwa 1000 Menschen gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten und Neonazis.

Mit bunten Transparenten, Luftballons und Fähnchen hat Bad Nenndorf Flagge gegen Rassismus und Gewalt gezeigt. Die Bürger des kleinen Kurorts wehren sich gegen den jährlichen Aufmarsch von Rechtsextremisten und Neonazis aus ganz Deutschland.

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