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Polizisten geben Tatverdächtigem Bier

Kritik an Verhörmethode Polizisten geben Tatverdächtigem Bier

In Thüringen hat die Polizei einem Beschuldigtem Bier gegeben – während der Vernehmung. Der Mann, ein Alkoholiker, habe unter Entzugserscheinungen gelitten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Eventuell können seine Aussagen deshalb aber nicht mehr verwendet werden.

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Ermittler der Thüringer Polizei stehen in der Kritik, nachdem sie einem Tatverdächtigen in der Vernehmung mehrere Bier gegeben haben.

Quelle: dpa/Symbolbild

Saalfeld/Gera. Die Ermittler der Thüringer Polizei in Saalfeld stehen deshalb in der Kritik. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera bezeichnete das Vorgehen als "grenzwertig". Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, kritisierte die Polizisten scharf. In der Strafprozessordnung sei klar geregelt, dass ein Beschuldigter in seiner Willensausübung nicht durch "Verabreichung von Mitteln" beeinträchtigt werden dürfe, sagte er dem "Focus".

Die Beamten hätten sich damit gerechtfertigt, den Mann mit dem Bier überhaupt erst vernehmungsfähig gemacht zu haben, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Jens Wörmann. Der Beschuldigte sei Alkoholiker gewesen, er habe unter schweren Entzugserscheinungen gelitten. Nach bisherigen Erkenntnissen habe es nach den drei Bier keine Anzeichen dafür gegeben, dass der Mann nicht mehr vernehmungsfähig gewesen sei. Der "Focus" berichtet dagegen, dass der Mann zu dem Zeitpunkt schon angeheitert gewesen und sein Alkoholpegel auf mehr als ein Promille geklettert sei.

Die Beamten hatten den Mann im September 2014 wegen eines mutmaßlichen Versicherungsbetruges vernommen. Die Ermittlungen zu dem Fall dauerten noch an, sagte Wörmann. Ob die Aussagen des Beschludigten aus dem September in einem möglichen Prozess verwertet werden könnten, müsse eventuell ein Gericht klären.

dpa/wer

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