Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Polizei erschießt Pflegeheim-Bewohner

Staatsanwaltschaft ermittelt Polizei erschießt Pflegeheim-Bewohner

Was als Routineeinsatz begann, endete tödlich: In Bayern sollte ein 62-Jähriger in eine Nervenklinik gebracht werden. Als aber Polizisten den Mann abholen wollten, soll er mit einem Messer auf sie losgegangen sein – daraufhin schossen die Beamten auf ihn.

Voriger Artikel
Hollandes Friseur verdient 9895 Euro pro Monat
Nächster Artikel
Moderatorin Miriam Pielhau gestorben

Ein zunächst harmlos wirkender Polizeieinsatz endete am Mittwoch in Oberbayern mit einem tödlichen Schuss auf einen Pflegeheim-Bewohner.

Quelle: dpa

Erharting. Nach den bisherigen Ermittlungen war der 62-Jährige am Mittwoch mit einem Messer auf zwei Beamte einer Streife losgegangen und hatte einen jungen Polizisten verletzt. Der 62-Jährige sollte in eine psychiatrische Klinik gebracht werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zu den tödlichen Schüssen. Polizeiinterne Ermittlungen führt das Landeskriminalamt. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte rasche Aufklärung.

Die Polizei schildert den Fall wie folgt: Auf Anordnung des Landratsamtes in Mühldorf am Inn sollte der Bewohner des Seniorenpflegeheimes in eine Nervenklinik gebracht werden – warum und ob bereits richterlich bestätigt, ist zunächst unbekannt.

Polizist wurde "erheblich verletzt"

Wie bei solchen Einweisungen nicht unüblich, wurde eine Polizeistreife angefordert, um die Maßnahme zu begleiten. Als Sanitäter und die beiden Beamten das Zwei-Bett-Zimmer betreten, geht der 62-Jährige laut Polizei sofort mit dem Messer auf sie los. Der jüngere der beiden Polizisten wird dabei "erheblich verletzt", heißt es in dem Polizeibericht. Der Beamte wird später ins Krankenhaus gebracht.

Mindestens einer der Polizisten zieht eine Dienstwaffe. Der Angreifer wird von mehreren Schüssen getroffen und erliegt noch am Einsatzort seinen Verletzungen, so der Bericht. Wie viele Schüsse fielen und ob nur einer der Beamten oder beide zur Waffe griffen, war zunächst offen. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) müssen den Fall nun aufklären.

Stiftung fordert Aufklärung des Falls

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz nannte es einen deutschlandweit einmaligen Vorgang, dass ein Pflegeheimbewohner von der Polizei erschossen wird. Der Fall müsse rasch vollständig aufgeklärt werden, sagte Vorstand Eugen Brysch. Vor allem solle herausgefunden werden, mit welcher Eigensicherung die Polizisten bei dem Einsatz vorgingen. Es gebe schließlich Stichschutzwesten und Pfefferspray, erläuterte der Sprecher der Organisation für Pflegebedürftige und Schwerstkranke.

Das Seniorenpflegeheim hat nach eigenen Angaben 48 Plätze in der allgemeinen Pflege und 16 Plätze für Bewohner mit altersbedingten psychiatrischen Krankheiten. Träger ist die Domus Mea Management GmbH, die drei Seniorenhäuser betreibt.

dpa/RND

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.