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Polizei sucht weiter mutmaßlichen Bombenbauer

Anti-Terror-Einsatz in Chemnitz Polizei sucht weiter mutmaßlichen Bombenbauer

Die sächsische Polizei hat womöglich einen Sprengstoffanschlag verhindert. Nach einem Hinweis vom Verfassungsschutz stürmte sie am Sonnabend eine Wohnung in Chemnitz. Sie fand Sprengstoff und nahm Verdächtige fest. Bundesweit fahndet die Polizei nach einem 22-Jährigen Syrer.

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Bei einem Anti-Terror-Einsatz in Chemnitz hat die Polizei drei Personen vorläufig festgenommen. Ein Tatverdächtiger wird noch gesucht.
 

Quelle: dpa

Chemnitz/Leipzig/Hannover.  Die Polizei fahndet bundesweit nach Jaber Albakr. Der 22-jährige Mann aus Syrien wird verdächtigt, einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant und vorbereitet zu haben. Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen veröffentlichte am Sonnabend ein Foto des Mannes und bat um Hinweise.

„Sollte die Person von irgendjemanden gesehen werden: Seien Sie vorsichtig, informieren Sie die Polizei – keine Heldentaten“,  sagte LKA-Sprecher Tom Bernhardt auf Facebook. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Person gefährlich ist.“ Auf  Twitter warnte die Polizei die Menschen: „Seid vorsichtig.“

Polizei stürmt Wohnung in Chemnitz

Am Vormittag hatte die Polizei die Wohnung des mutmaßlichen Islamisten in Chemnitz gestürmt. Vom Bundesamt für Verfassungsschutz habe es den Hinweis gegeben, dass der Syrer einen Sprengstoffanschlag vorbereite und „es zu einer ernsthaften Gefährdung kommen könnte“, sagte LKA-Sprecher Bernhardt der Nachrichtenagentur dpa.

Mutmaßlicher Bombenbauer Die Polizei sucht den 22 Jahre alten Jaber Albakr (alternative Schreibweise

Mutmaßlicher Bombenbauer Die Polizei sucht den 22 Jahre alten Jaber Albakr (alternative Schreibweise: Dschaber al-Bakr).

Quelle: Polizei Sachsen

In der Wohnung fanden die Einsatzkräfte „Hunderte Gramm hochexplosiven Sprengstoff“. Der mutmaßliche Bombenbauer war allerdings geflüchtet. Die Polizei nahm jedoch drei syrische Bekannte des Mannes fest, zwei von ihnen am Hauptbahnhof. „Das sind Kontaktpersonen unseres Tatverdächtigen“, erklärte LKA-Sprecher Bernhardt. Die mutmaßlichen Komplizen würden vernommen. “Ergebnisse stehen noch aus.“ Das Gepäck der Syrer sei überprüft worden, es habe sich als ungefährlich herausgestellt.

Eine Spur führt zur Terrormiliz IS

Weitere Angaben machte die Polizei zunächst nicht. „Hintergrund, Motivation – das wissen wir noch nicht“, sagte Bernhardt. „Wir hoffen, das ergibt sich aus den Vernehmungen.“ Das Magazin „Focus“ berichtete, Anschlagsziel sei ein deutscher Flughafen gewesen.

„Solche Gerüchte kann man nicht dementieren, denn traditionelle Ziele von Sprengstoffanschlägen sind natürlich solche Knackpunkte in unserer Infrastruktur“, sagte Bernhardt. Sicherheitskreise berichteten der Deutschen Presse-Agentur, es gebe eine Spur zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS).

Sprengstoff war „gefährlicher als TNT“

Der sichergestellte Sprengstoff wurde am Abend vor Ort unschädlich gemacht. Er sei „nicht ohne weiteres transportfähig“ gewesen, sagte LKA-Sprecher Tom Bernhardt in einem Statement auf der Facebook-Seite der Polizei Sachsen. „Es war ein hochbrisanter Sprengstoff, weit gefährlicher als das weithin bekannte TNT“. Selbst eine geringe Menge hätte „extremen Schaden“ anrichten können.

Beamte hoben am Abend mehrere Löcher aus, um das explosive Material kontrolliert zu sprengen

Beamte hoben am Abend mehrere Löcher aus, um das explosive Material kontrolliert zu sprengen.

Quelle: Polizei Sachsen

Von den Einsatzkräften wurden im Wohngebiet Löcher ausgehoben. „In diesen Gruben wurde der Sprengstoff entsorgt“, erklärte Bernhardt. „Wenn Sie hier vor Ort waren, haben Sie die Detonation und die Druckwelle mitbekommen.“ Es sei aber niemand verletzt worden.

Die Polizei kam im Morgengrauen

Der Einsatz hatte am frühen Morgen begonnen. Eine Bewohnerin des Viertels berichtete dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), dass sie von der Polizei geweckt worden sei. Sie und ihre Nachbarn seien aufgefordert worden, ihre Wohnungen schnell und leise zu verlassen. Anwohner seien mit Bussen aus dem Gebiet gebracht worden.

Wie das LKA mitteilte, wurden zunächst etwa 80 Personen vorsichtshalber in Sicherheit gebracht. Nachdem der Sprengstoff gefunden wurde, seien weitere sechs Wohnungen evakuiert worden. Die meisten Bewohner kamen bei Freunden und Verwandten unter, einige auch im Hotel.

Von RND/wer

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