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Polizei und Regen stoppen Randalierer in England

Krawalle bleiben aus Polizei und Regen stoppen Randalierer in England

Nach vier Krawallnächten hat es in Großbritannien in der Nacht zu Donnerstag kaum Zwischenfälle gegeben. Die massive Polizeipräsenz und heftiger Regen haben offensichtlich Wirkung gezeigt. Unterdessen legen Gerichte Nachtschichten ein.

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Die massive Polizeipräsenz hat in der Nacht zu Donnerstag die Lage in Großbritannien beruhigt.

Quelle: dpa

London. In Großbritannien ist es laut Medienberichten nach den Krawallen der Vortage in der Nacht zum Donnerstag weitgehend ruhig geblieben. Es habe bis zum frühen Morgen keine Berichte über ernsthafte Störungen gegeben. Tausende zusätzliche Polizisten seien auf den Straßen gewesen, berichtete der Sender BBC weiter. In Manchester etwa habe möglicherweise heftiger Regen Randalierer von den Innenstadt ferngehalten.

Unterdessen wurden erste Randalierer zu Haftstrafen verurteilt. Gerichte legten zur Bewältigung der vielen Fälle Nachtschichten ein.

In der Nacht zu Dienstag ist die dritte Krawallorgie über London gerollt. Auch auf andere englische Großstädte hat sich die Gewalt mittlerweile ausgeweitet.

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Das Unterhaus kommt am Donnerstag zu einer Sondersitzung zusammen. Premierminister David Cameron wird sich vor den Abgeordneten nach britischen Medienberichten zu den Unruhen äußern. Indes wächst der politische Druck auf Cameron. Politiker der Opposition, aber auch aus dem Regierungslager, forderten, die bereits beschlossenen Sparmaßnahmen bei der Polizei zurückzunehmen.

Die Kürzung der Ausgaben für den Polizeiapparat um 20 Prozent und der damit einhergehende Stellenabbau seien weniger als ein Jahr vor den Olympischen Sommerspielen in der britischen Hauptstadt unrealistisch, sagte Londons konservativer Bürgermeister Boris Johnson. Angesichts der gewalttätigen Ausschreitungen hunderter Jugendlicher und der Zerstörungen durch Brandsätze in London und anderen Großstädten seien nun auch Regierungsmitglieder der Meinung, dass die Zahl der Polizisten nicht verringert werden dürfe, berichtete die Zeitung „The Guardian“. Cameron hatte am Mittwoch versprochen, die Polizei werde mit hartem Durchgreifen Ruhe und Ordnung wieder herstellen.

Scotland Yard erklärte in der Nacht zum Donnerstag, allein in London seien seit Beginn der Ausschreitungen am Wochenende 820 mutmaßliche Beteiligte festgenommen worden. 279 von ihnen seien wegen diverser Straftaten angeklagt.

In Birmingham gedachten Hunderte bei einer Mahnwache der drei Einwanderer, die von einem Auto überfahren und getötet worden waren. Die Männer im Alter von 21, 30 und 31 Jahren gehörten nach Schilderungen von Augenzeugen zu einer Gruppe, die Geschäfte ihrer Wohngegend vor Plünderern schützen wollte. Ein Auto habe sie mit hoher Geschwindigkeit und offenbar absichtlich auf einem Bürgersteig überfahren. Die Polizei erklärte, sie ermittle wegen Mordes gegen einen 32-Jährigen; zu dessen Identität lagen zunächst keine Angaben vor. Außerdem sei ein Fahrzeug beschlagnahmt worden.

Die Krawalle waren am Samstag im nördlichen Londoner Stadtteil Tottenham ausgebrochen und hatten sich in den vergangenen Tagen immer weiter ausgebreitet. Auslöser war der Tod eines 29 Jahre alten dunkelhäutigen Familienvaters, der von der Polizei erschossen worden war. Ballistische Untersuchungen ergaben, dass der Mann selbst nicht auf die Polizisten geschossen hatte. Das hatte Scotland Yard zuvor behauptet.

dpa

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