Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Polizei von Charlotte zeigt Videos von tödlichen Schüssen
Nachrichten Panorama Polizei von Charlotte zeigt Videos von tödlichen Schüssen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:26 25.09.2016
Die Videoaufnahmen zeigen nicht, ob Keith Lamont Scott bewaffnet war, wie die Polizei behauptet. Quelle: Charlotte-Mecklenburg Police Dep
Charlotte

Die Aufnahmen wurden am Samstag an eine Reihe von US-Medien übermittelt und ins Internet gestellt. Unklar blieb jedoch, ob das Opfer bewaffnet war, wie die Polizei behauptete. Die Videobilder zeigen, wie Keith Lamont Scott  aus einem Auto aussteigt und rückwärts geht und wie die Polizei vier Schüsse in seine Richtung abgibt. Es ist jedoch nicht zu erkennen, ob Scott eine Waffe in seiner Hand hält.

Ein anderes Video zeigt, wie Scott am Boden liegt, nachdem er niedergeschossen wurde, und von Polizisten umstellt ist. Die Videos wurden mit Kameras aufgenommen, die an den Uniformen der Polizisten und am Armaturenbrett eines Einsatzfahrzeugs montiert waren. Tatsächlich sind in einem der Videos mehrere Rufe zu hören: “Put your gun down.“

Schütze vom Dienst suspendiert

Der 43-jährige Familienvater Keith Lamont Scott war am Dienstag bei einem Polizeieinsatz gegen einen anderen Verdächtigen auf einem Parkplatz vor einer Wohnsiedlung erschossen worden. Der Polizeischütze war ebenfalls Afroamerikaner, er wurde für die Dauer der Untersuchungen vom Dienst suspendiert. 

Die Polizei veröffentlichte zudem Fotos von einer Handfeuerwaffe, die Scott getragen haben soll, sowie ein Pistolenhalfter und Marihuana. Sie hatte zuvor erklärt, Scott habe eine Waffe bei sich gehabt und diese trotz wiederholter Aufforderung nicht fallengelassen. Seine Familie und seine Nachbarn behaupten dagegen, er habe seinen kleinen Sohn abholen wollen und ein Buch in der Hand gehalten. 

Viele Fragen bleiben offen

Der Anwalt von Scotts Familie, Justin Bamberg, sagte vor Journalisten, trotz der Veröffentlichung der Videos sei es immer noch nicht möglich „zu sagen, was er in der Hand hatte - wenn er etwas hatte. Daran hat sich nichts geändert.“

Die Polizei hatte sich zunächst geweigert, Videoaufnahmen von dem Einsatz zu veröffentlichen, die nach ihren Angaben zeigen, dass der 43-Jährige eine Bedrohung für die Beamten darstellte. Scotts Witwe Rakeyia Scott zeigte daraufhin am Freitag Aufnahmen von ihrem Smartphone von dem Vorfall. Sie klären jedoch nicht, ob ihr Mann bewaffnet war oder nicht. 

Polizei will DNA-Beweise veröffentlichen

Daraufhin waren die Rufe nach einer Veröffentlichung der Polizei-Videos lauter geworden. Angehörige des Opfers konnten die Aufnahmen bereits am Donnerstag ansehen. Anwälte der Familie sagten aber, dies habe bei ihnen „mehr Fragen als Antworten“ ausgelöst.

Polizeichef Kerr Putney bekräftigte am Samstag, die Beamten hätten Marihuana und eine Waffe gesehen und daraufhin entschieden, dass die Situation eine Bedrohung ihrer eigenen und der öffentlichen Sicherheit darstelle. Nach seinen Angaben will die Polizei zudem DNA-Beweise veröffentlichen.

Von RND/afp/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!