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Polizei fordert mehr Härte gegen Nordafrikaner

Umgang mit Intensivtätern Polizei fordert mehr Härte gegen Nordafrikaner

Wie soll die Justiz mit jungen Intensivtätern aus Nordafrika umgehen? Polizisten fordern eine härtere Gangart. Es kämen auch Menschen nach Deutschland, die mit Straftaten ihren Lebensunterhalt verdienten.

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In er Silvesternacht hatte es am Kölner Hauptbahnhof massenhafte Übergriffe auf Frauen gegeben. Sie wurden von Männergruppen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt.

Quelle: Markus Böhm/dpa

Düsseldorf. Bei der Polizei wird der Umgang der Justiz mit nordafrikanischen Intensivtätern inzwischen offen hinterfragt. "Wenn jemand 20 bis 30 Straftaten verübt und zwei Drittel der Fälle werden sofort eingestellt, gewinnt der Täter natürlich den Eindruck: Es passiert mir nichts", sagte Jürgen Tölle, Kommissariatsleiter in Münster, am Donnerstag bei einem Forum der Gewerkschaft der Polizei in Düsseldorf. Dies spreche sich auch in den Heimatländern herum.

Polizist schildert Probleme mit Intensivtätern

"Andere europäische Länder und ihre Heimatländer gehen robuster mit ihnen um." Problematisch seien auch Geldstrafen für Leute, die 30 Euro Taschengeld im Monat bekommen. "Wir haben Leute, die werden auf freien Fuß gesetzt und begehen nur wenige Minuten später die nächste Straftat."

In Nordrhein-Westfalen hatte die Polizei nach der Silvesternacht in Köln auf ein erhebliches Kriminalitätsproblem mit jungen nordafrikanischen Männern hingewiesen, die in den vergangenen Jahren ins Land gekommen sind. Sie seien für zahlreiche Trick-, Laden- und Taschendiebstähle verantwortlich.

"Die halten das für einen fiesen Trick"

Erwischte Diebe aus Nordafrika könnten zunächst gar nicht glauben, in Deutschland nach wenigen Stunden wieder auf freiem Fuß zu sein: "Die gucken uns ganz misstrauisch an und halten das zunächst für einen fiesen Trick", sagte Tölle.

Das Zusammenspiel von Ausländerämtern und Justiz funktioniere nicht. Der Problemgruppe werde dadurch nicht klar, warum sie sich an die Gesetze halten sollte: "Unsere Strafrechtskultur bedeutet in ihrer Wahrnehmung: Es passiert nichts. Und das kann man ihnen noch nicht einmal vorwerfen."

Mangelnde Perspektive als Ursache

Kriminalitätsexperte Prof. Christian Pfeiffer machte für die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln die Frustration dieser Gruppe verantwortlich. "Hochfrustriert, aggressiv, sauer: So verhalten sich Menschen, denen man die Perspektive genommen hat. Das haben wir produziert", sagte Pfeiffer. "Wir haben ein Zwei-Klassen-System geschaffen. Die Menschen aus Syrien und Irak – und die anderen. Erst die Arme ausbreiten, die Leute reinholen und dann sagen: April, April."

"Wir dürfen aber auch nicht verschweigen, dass wir uns da eine Macho-Kultur ins Land holen", ergänzte Pfeiffer. Es gebe allerdings erfreuliche Daten: Die Macho-Einstellungen bei den Zuwanderern, die schon länger hier sind, seien deutlich zurückgegangen.

Diebstahl für den Lebensunterhalt

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert ein monatliches landesweites Lagebild der Kriminalität von und gegen Flüchtlinge. Nicht nur die sprunghaft gestiegene Zahl der Anschläge auf Flüchtlingsheime bereite Sorge, sagte der GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert.

"Spätestens seit Köln wissen alle, dass mit der Flüchtlingswelle auch Menschen zu uns gekommen sind, die bei uns keinen Schutz vor Verfolgung suchen, sondern ihren Lebensunterhalt mit Straftaten finanzieren."

dpa

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