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Nazizug: Das sind die angeblichen Entdecker

Gerüchte um Goldfund in Polen Nazizug: Das sind die angeblichen Entdecker

Zwei Männer wollen in Polen einen Nazizug gefunden haben – jetzt zeigen sie sich erstmals öffentlich. Währenddessen bitten örtliche Politiker das Militär um Hilfe gebeten: In Niederschlesien wird nun mit schwerem Geschütz nach dem Zug gesucht.

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Ein alter Minenschacht, der heute zum Wissenschaft- und Kunstzentrum Walbrzych gehört. Die Gegend ist durchzogen von Bergwerken.

Quelle: EPA/MACIEJ KULCZYNSKI

Breslau/Walbrzych. Gibt es bald Gewissheit über die Existenz eines deutschen Zuges aus dem Zweiten Weltkrieg in Niederschlesien? Zwei Männer haben sich beim polnischen Fernsehsender TVP als angebliche Finder eines deutschen Panzerzuges aus dem Zweiten Weltkrieg präsentiert. In der Nachrichtensendung "Panorama" lasen Piotr Koper und Andreas Richter aus dem niederschlesischen Walbrzych am Freitag eine von ihren Anwälten verfasste Erklärung vor. "Wir besitzen Beweise für seine Existenz", sagten sie über den Zug. Sie seien zur Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium bereit.

Nachdem zwei Männer im August bei den Behörden von Walbrzych den Fund des Zuges gemeldet und einen Finderlohn angefordert hatten, reißen die Spekulationen über die Existenz des Zuges und seine Ladung nicht ab. In der Bergbauregion halten sich seit Jahrzehnten Gerüchte über Nazischätze, die in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs in unterirdischen Stollen und Tunneln versteckt worden sein sollen. Die örtlichen Behörden haben Möchtegern-Schatzsucher vor eigenen Grabungen gewarnt, da der Zug vermint sein könnte.

Bei weitem nicht alle sind überzeugt, dass es wirklich einen Zug gibt. Nach einer Sitzung des Währungsrates fragten aufgeregte Journalisten vor einigen Tagen Nationalbankchef Marek Belka, ob die erhofften Goldfunde zur Zahlung polnischer Staatsschulden verwendet würden. Belka war einen Moment sprachlos. „Der Zug ist doch bloß eine Ente“, meinte er kopfschüttelnd.

Das Schatzfieber hat das niederschlesische Walbrzych gepackt - Irgendwo entlang der Bahnstrecke zwischen Breslau und Walbrzych in Niederschlesien muss der verschwundene Zug mit dem Nazigold verborgen sein.

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Das allerdings will in Walbrzych ganz bestimmt niemand hören - schon jetzt ist der touristische Werbeeffekt groß. Es wird bereits über die Zukunft des Zuges beraten, sollte er erst einmal freigelegt sein. Auf jeden Fall solle er in der Region bleiben, forderte der Chef der Breslauer Bezirksverwaltung schon mal vorsorglich.

„Der Zug sollte als Touristenattraktion in Niederschlesien bleiben“, meinen auch Koper und Richter, die sich beim Fernsehsender TVP als Finder-Duo präsentierten. In einer von Anwälten verfassten Erklärung stellten sie sich als gründlich missverstanden dar. Niemals hätten sie die Informationen über den Fundort von einem zehnprozentigen Finderlohn abhängig gemacht, zu Unrecht würden sie als habgierig beschrieben. „Wir haben überlegt, einen bedeutenden Teil in die Einrichtung eines Museums über diese Entdeckung zu investieren.“

Und überhaupt: So eine Schatzsuche sei alles andere als billig - auch wenn Koper im Fernsehinterview von „Sponsoren“ sprach. Der Zug müsse nicht einmal auf Staatskosten zutage gefördert werden. Ihrer Meinung nach sei der Zug nicht vermint, widersprachen die Männer entsprechenden Gerüchten. Er befinde sich auch nicht in einem Tunnel der Bergbauregion, sondern sei verschüttet worden. Allerdings, so das Duo weiter: Der vermutete Fundort am Kilometerpunkt 65 der Bahnlinie, der stimme.

Örtliche Politiker haben derweil um die Armee zur Hilfe gebeten. Nun werden die Experten erwartet. Im polnischen Walbrzych wird noch an diesem Freitag mit der Ankunft von Militärexperten gerechnet, die Berichten über einen deutschen Panzerzug in einem unterirdischen Tunnel auf den Grund gehen sollen.

Mit Bodenradaren, wie sie auch bei der Minensuche eingesetzt werden, sollen sie einen Wald entlang der Bahnstrecke zwischen Breslau (Wroclaw) und Walbrzych untersuchen. Angeblich soll sich dort irgendwo der Zug in einer Tiefe von 70 Metern befinden. Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak hatte die Ankunft der Soldaten am Donnerstag im Rundfunksender "Radio Wroclaw" angekündigt. "Das ist eine Sache von Stunden, nicht von Tagen", sagte er. Gleichzeitig warnte er vor Erwartungen, dass die Soldaten auch mit Spaten oder Bohrgerät anrücken: "Das ist nur eine Erkundungsaktion. Danach entscheiden wir weiter."

Eva Krafczyk/aks

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