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Private Partys gegen Neonazi-Aufmarsch

Bad Nenndorf Private Partys gegen Neonazi-Aufmarsch

Mit Privat-Partys wollen Bürger in Bad Nenndorf ein Zeichen gegen den Neonazi-Aufmarsch an diesem Samstag setzen. Auch die jüdische Gemeinde veranstaltet ihre Sabbatfeier erstmals am Rande der Marschroute der Rechtsextremisten, weil das Gemeindezentrum dorthin umgezogen ist. Die Gläubigen sollen unter Polizeischutz zu ihrem Betraum gebracht werden.

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Quelle: dpa

Bad Nenndorf. In der kleinen Kurstadt Nenndorf westlich von Hannover werden nach Angaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes bis zu 1000 Rechtsextremisten erwartet, darunter 200 bis 250 als besonders gewaltbereit geltende „Autonome Nationalisten“. Sie haben auch in diesem Jahr einen „Trauermarsch“ zum Wincklerbad angemeldet, das 1945 bis 1947 ein Verhörzentrum der britischen Besatzungsmacht war.

„Wir meinen, der Trauermarsch ist ein Vorwand, um historische Ereignisse zu missbrauchen und das Gedankengut der Nationalsozialisten zu verbreiten und deren Verbrechen zu relativieren“, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans Wargel am Freitag.

Nach seiner Einschätzung werden die Rechtsextremisten den Eindruck erwecken, zu trauern und sich ruhig verhalten, solange sie nicht auf Gegengewalt treffen. Während besonders Neonazis den „Trauermarsch“ als „Pflichtveranstaltung“ sähen, sei der Mobilisierungsgrad in der linken Szene für Bad Nenndorf in diesem Jahr nicht so groß. „Wir rechnen mit 150 bis maximal 300 Angehörigen der autonomen Szene, die gewaltbereit sind, wenn sich die Situation ergibt.“

Zur Gegendemonstration des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bunt“ werden mindestens 1200 Teilnehmer erwartet, die friedlich Gesicht gegen Rechts zeigen wollen. Dem Bündnis gehören der DGB, örtliche Parteien, Vereine, Kirchen und Unternehmer an. Kommunalpolitiker sehen mit Sorge, dass die Neonazis versuchen, Bad Nenndorf als eine Art „Wallfahrtsort“ zu etablieren. „Nur mit staatlicher Unterstützung können wir von dieser Geißel befreit werden“, sagte Bad Nenndorfs Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese (SPD).

Eine Einladung an Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU), vor Ort über das Problem zu sprechen, blieb mehr als einen Monat lang unbeantwortet. „Wenn der Minister aus dem Urlaub kommt, wird er in ein Gespräch mit der Bürgerinitiative treten“, sagte ein Ministeriumssprecher dazu am Freitag.

dpa

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Die Bundespolizei rechnet am Sonnabend mit zahlreichen Neonazis im Hauptbahnhof. Die Rechtsextremisten reisen aus der ganzen Bundesrepublik an und steigen in Hannover in die S-Bahnen nach Bad Nenndorf um. Dort werden etwa 1000 Neonazis zu einem sogenannten „Trauermarsch“ erwartet.

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