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Gina-Lisa: "Ich ziehe keine Show ab"

Prozess um Falschverdächtigung Gina-Lisa: "Ich ziehe keine Show ab"

War es wirklich eine Vergewaltigung? Gina-Lisa Lohfink behauptet das - und muss sich nun wegen falscher Verdächtigung vor Gericht verantworten. Dutzende Befürworter haben am Dienstag vor dem Amtsgericht in Berlin für ein strengeres Sexualstrafrecht demonstriert

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Das Model Gina-Lisa Lohfink mit ihre Anwälten Christian Simonis (r) und Burkhard Benecken im Amtsgericht Tiergarten in Berlin.

Quelle: dpa

Berlin. Vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten ist am Montag der Prozess gegen das Model Gina-Lisa Lohfink fortgesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft der 29-Jährigen, die als Kandidatin von "Germany's Next Topmodel" bekannt wurde, falsche Verdächtigung vor. Nach Auffassung der Anklage soll sie wider besseren Wissens zwei Männer der Vergewaltigung bezichtigt haben.

Während des Berliner Prozesses gegen das Model Gina-Lisa Lohfink wegen falscher Verdächtigung haben am Montag zahlreiche Frauen gegen sexuelle Gewalt demonstriert. Einige Dutzend Mitglieder der "Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt" versammelten sich am Morgen vor dem Amtsgericht Tiergarten.

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Einer der Männer, die sie der Vergewaltigung bezichtigt hatte, sprach nun vor Gericht von einvernehmlichem Sex an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Juni 2012. "Ich würde niemals etwas machen, was sie nicht will", sagte der 28-jährige Fußballer am Montag vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Er habe Gefühle für Lohfink gehabt. Der Mann sagte, er habe damals den Strafbefehl geschluckt, damit die Sache nicht noch weiter öffentlich werde. "Ich habe sehr darunter gelitten, das hat meiner Karriere geschadet."

Das Umfeld der Angeklagten äußerte nachhaltige Zweifel am unvoreingenommenen Umgang der Justiz mit dem Model als einem möglichen Missbrauchsopfer. Etwa ein Dutzend Befürworter eines strengeren Sexualstrafrechts demonstrierten am Montag vor dem Gericht für Lohfink. Sie hielten Plakate und Transparente hoch. Parolen wie "No means no - gegen den sexistischen Normalzustand" und "Egal, was ich anziehe, egal, wo ich bin - Ja heißt Ja und Nein heißt Nein" (aus dem Englischen übersetzt) standen darauf.

Die 29-Jährige selbst sagte vor dem Betreten des Gerichtssaals unter Tränen: "Ich kann Frauen helfen und schützen - was mir passiert ist, kann auch jeder normalen Frau passieren." Sie ziehe "keine Show" ab. "So eine gute Schauspielerin kann man gar nicht sein", sagte Lohfink.

Der Prozess gegen das Model hatte am 1. Juni begonnen. Ob am Montag bereits das Urteil fällt, ist nach jüngsten Gerichtsangaben unklar.

Der Vorwurf und das Video

Lohfink wirft zwei Männern, die sie im Juni 2012 in einem Club in Berlin getroffen hatte, vor, sie vergewaltigt zu haben. Sie habe sich später gefühlt, als wären ihr K.O.-Tropfen verabreicht worden, erklärte sie. Nach und nach aber seien Erinnerungen zurückgekommen. "Hört auf", habe sie gefleht. Das war auch in einem Video zu hören, das die beiden Männer aufgenommen hatten und  später verkauften. Im Nachhinein erstattete Gina-Lisa Lohfink Anzeige. 

In einem Verfahren gegen die beiden Männer erhärteten sich die Vergewaltigungsvorwürfe allerdings nicht. Die beiden Männer wurden aber für den Verkauf des Sex-Videos bestraft. Zudem erhielt Gina-Lisa Lohfink einen Strafbefehl von der Justiz. 24.000 Euro sollte sie wegen mutmaßlicher Falschaussage zahlen – legte aber Einspruch ein. Sie habe sich nichts vorzuwerfen und sehe sich "ausschließlich als Geschädigte in dem Verfahren", ließ Gina-Lisa Lohfink über ihren Anwalt mitteilen. 

Shitstorm gegen Wiesenhof und Atze Schröder

Am Wochenende hatte ein Werbevideo von  Geflügelfleischproduzent Wiesenhof und Comedian Atze Schröder für heftige Kritik gesorgt. In dem anzüglichen Spot sahen Internet-User eine Verhöhnung von Gina-Lisa Lohfink und entfachten einen Shitstorm. Inzwischen wurde das Video gelöscht. Comedian und Unternehmen entschuldigten sich für den Spot. 

dpa/ewo

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