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Zeugin stützt Lohfinks Vergewaltigungsvorwurf

Mußmaßliche Vergewaltigung Zeugin stützt Lohfinks Vergewaltigungsvorwurf

Im Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink hat die Verteidigung überraschend eine Zeugin mit einer ähnlichen Geschichte wie die der Angeklagten präsentiert. Die Frau stützte den Vergewaltigungsvorwurf gegen einen der beiden Männer. Eine Polizistin äußerte dagegen Zweifel.

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Am Montag wurde der Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink fortgesetzt. Ihr wird falsche Verdächtigung vorgeworfen: Sie wirft zwei Männern Vergewaltigung vor.

Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Berlin. Vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten berichtete am Montag Elena H., sie habe genauso wie Lohfink gegen ihren Willen Sex mit dem Nachtclubangestellten Sebastian C. gehabt. Der 33-Jährige hatte zuvor während alle Vorwürfe abgestritten.

Im Prozess gegen das Model Gina-Lisa Lohfink wegen des Vorwurfs der falschen Verdächtigung wird ein Urteil erwartet. Der 29-Jährigen droht eine Strafe in Höhe von bis 24.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft hält Lohfink vor, sie habe ihre Bekannten Pardis F. und Sebastian C. wider besseres Wissen der Vergewaltigung bezichtigt.

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Die Staatsanwaltschaft wirft Lohfink vor, sie habe ihre Bekannten Sebastian C. und Pardis F. wider besseres Wissen der Vergewaltigung bezichtigt. Im Falle einer Verurteilung drohen der 29-Jährigen 24.000 Euro Strafe.

Zeugin spricht über Nacht mit Sebastian C.

Von den beiden Männern angefertigte Handyvideoaufnahmen von der Juninacht im Jahr 2012 waren vielfach im Internet verbreitet worden. Die Debatte über diese Aufnahmen und Lohfinks darin zu hörende Worte "Hör auf" standen am Anfang einer öffentlichen Debatte, die im Frühsommer in eine Verschärfung des Sexualstrafrechts mündete.

Die 35-jährige Elena H. sagte, sie sei im Jahr 2004 zusammen mit C. in ihrer Wohnung aufgewacht. Ihre letzte Erinnerung sei damals gewesen, wie C. ihr in einer Berliner Diskothek einen Cocktail gegeben habe. Sie habe keine Bilder von den zwölf folgenden Stunden gehabt, dafür aber im Intimbereich "Schmerzen wie nach dollem Sex" gespürt.

Lohfink erleidet Nervenzusammenbruch

Die heutige Büromanagerin hatte nach eigener Aussage Sebastian C. damals nicht angezeigt, weil sie sich geschämt habe und und die mutmaßliche Beigabe von K.O.-Tropfen in den Cocktail schwer zu beweisen gewesen sei. "Ich habe ein Stück weit geglaubt, ich bin da selber auch dran schuld", sagte die Mutter einer einjährigen Tochter.

Die in Tanktop, kurzem Rock und hochhackigen Schuhen vor Gericht erschienene Lohfink brach wiederholt in Tränen aus und erlitt einen Nervenzusammenbruch als sie zusammen mit ihren Verteidigern, der Vorsitzenden Richterin Antje Ebner sowie Staatsanwältin Corinna Gögge Teile der Sexvideos betrachtete. Der Prozess musste kurz unterbrochen werden.

Sebastian C. bestreitet die Vorwürfe

Bei der anschließenden Befragung von Sebastian C. war Lohfink nicht anwesend. Ebenso wie der Fußballer Pardis F. am zweiten Prozesstag bestritt C. die Vorwürfe. "Sie lügt und sie weiß, dass sie lügt", sagte der frühere Gästebetreuer eines Nachtclubs. Der Sex mit beiden Männern sei "einvernehmlich" und ohne Drogeneinfluss abgelaufen.

C. sagte, Lohfink habe mit dem Video und den anschließenden Vergewaltigungsvorwürfen die Aufmerksamkeit der Medien gesucht. "Sie wollte unbedingt in die Presse."

Lohfinks Anwalt Burkhard Benecken konfrontierte C. mit den Aussagen von Elena H. sowie zweier weiterer Frauen, die ihn verschiedener Gewaltdelikte bezichtigt hatten. "Ich habe mit 500 Frauen geschlafen, und sie bringen die drei hier an, die sich beschwert haben", sagte C. Der selbstbewusst und teils aggressiv auftretende Zeuge musste mehrfach zur Ordnung gerufen werden.

Polizistin bezweifelt Vergewaltigung

Eine an den Ermittlungen zur angeblichen Tatnacht beteiligte Kripobeamtin sagte zu den Videoaufnahmen: "Ich hatte nicht den Eindruck, dass etwas gegen ihren Willen stattfand." Der Umgang beider Männer mit Lohfink sei zwar "nicht besonders würdevoll" gewesen, "von Gewalt will ich da aber nicht sprechen".

Die Polizistin hatte Lohfink vor einigen Monate vernommen. Das Model sei in ihren Antworten unkonkret gewesen, habe mit Allgemeinplätzen wie "Die Wahrheit kommt ans Licht" geantwortet. Die Beamtin vom Landeskriminalamt bearbeitet seit zehn Jahren Sexualfälle.

Vor dem Gebäude erklärten sich rund 50 Demonstranten solidarisch mit Lohfink und protestierten gegen sexuelle Gewalt. Der Prozess soll am 22. August mit der Aussage eines Sachverständigen fortgesetzt werden. Lohfinks Verteidiger kündigten zudem weitere Beweisanträge an, weshalb ein Urteil noch im August fraglich erscheint.

afp/dpa/RND

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