Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Prozess um Gruppenvergewaltigung von 13-Jähriger gestartet
Nachrichten Panorama Prozess um Gruppenvergewaltigung von 13-Jähriger gestartet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:46 31.08.2018
Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat am Freitag in Wuppertal der Prozess um die Gruppenvergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens begonnen. Quelle: dpa
Anzeige
Wuppertal

„Meine Mandantin ist sehr angespannt. Es geht ihr nicht gut, weil sie davor steht, aussagen zu müssen. Das belastet sie sehr“, sagt Nebenklage-Vertreterin Anke Tillmanns. Sie vertritt das 13-jährige Mädchen, das in Velbert im April Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde. Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat am Freitag in Wuppertal der Prozess begonnen.

Am Wuppertaler Landgericht sind sechs Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren angeklagt. Sie sollen dem Mädchen nach einem Freibadbesuch aufgelauert, es in einen Wald gezerrt haben. Dort soll es dann zum schweren sexuellen Missbrauch des Kindes gekommen sein. Der Jugendstrafprozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Polizisten schirmten den Verhandlungstrakt am Freitag ab.

An der Tat im südlich des Ruhrgebiets gelegenen Velbert sollen insgesamt acht Jugendliche aus Bulgarien beteiligt gewesen sein. Zwei von ihnen hatten sich nach der Tat mit ihren Familien nach Bulgarien abgesetzt und waren dort festgenommen worden. Ihnen soll, inzwischen an die deutschen Behörden ausgeliefert, in einem gesonderten Verfahren der Prozess gemacht werden.

Die Staatsanwaltschaft hält die Beweislage für erdrückend. Die Angeklagten hätten die Tat selbst gefilmt; der Film konnte auf dem Mobiltelefon eines Beschuldigten sichergestellt werden. Außerdem gebe es DNA-Spuren, die Aussagen der Augenzeugin und des Opfers. Eine Spaziergängerin war im April eingeschritten und hatte das Geschehen gestoppt.

„Mein Mandant befindet sich seit nunmehr vier Monaten in Untersuchungshaft“, sagte Verteidiger Christoph Pipping vor Beginn der Verhandlung. „Er hatte insoweit viel Zeit nachzudenken. Er bereut mittlerweile die Tat, das Geschehene sehr und will dazu beitragen, der Geschädigten eine umfassende Aussage im Prozess zu ersparen“, kündigte er an.

Es wäre schön, wenn ihrer Mandantin die Aussage erspart bliebe, sagte Nebenklage-Anwältin Tillmanns. Aber danach sehe es momentan nicht aus. „Sie ist im Moment sehr still und in sich gekehrt.“

Acht Verhandlungstage hat das Gericht für den Fall bis zum 8. Oktober angesetzt. Zwei der Angeklagten gelten als Haupttäter. Sie sollen das Mädchen zwei Mal vergewaltigt und schwer sexuell missbraucht haben. Die anderen sollen in unterschiedlichem Umfang mitgemacht haben. Ihnen wird einfache Vergewaltigung oder Beihilfe dazu vorgeworfen. Mehrjährige Haftstrafen stehen im Raum.

Nachdem die Spaziergängerin das Mädchen aus den Händen der Gruppe gerettet hatte, war es seinen mutmaßlichen Peinigern dann selbst auf die Spur gekommen: Die 13-Jährige hatte auf Facebook in allen möglichen Gruppen nach einem der Jugendlichen gesucht und ihn schließlich auf einem Foto wiedererkannt. Er war ihr schon während der Tat bekannt vorgekommen.

Sein Foto war daraufhin an alle Streifenpolizisten in Velbert verteilt worden. Eine Streife erkannte ihn schließlich und nahm ihn fest. Für die Staatsanwaltschaft war seine Festnahme ein „Volltreffer“: „Er hatte sein Handy dabei, auf dem ein Filmmitschnitt des Verbrechens gespeichert war.“ Damit seien dann auch die übrigen Verdächtigen rasch ermittelt worden.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Familiendrama in Hessen: In einem brennenden Haus werden zwei tote Kinder entdeckt. Die Eltern können lebend aus dem Auto in der Garage gerettet werden. Offenbar hatte die Familie Geldsorgen.

31.08.2018

Noch wird in der EU zweimal pro Jahr an der Uhr gedreht. Das könnte schon bald Geschichte sein. Doch was würde eine Abschaffung der Zeitumstellung bedeuten?

31.08.2018

Blutiger Familienstreit: In einem Einkaufszentrum in Essen wird eine 22-Jährige mit einem Messer verletzt. Zugestochen haben soll ihr kleiner Bruder – der erst acht Jahre alt ist.

31.08.2018
Anzeige