Der 1990 gegründete Wetterdienstleister Meteomedia ist das Lebenswerk von Fernsehmoderator Jörg Kachelmann. Das Unternehmen mit rund 100 Beschäftigten und Niederlassungen in Deutschland, der Schweiz, Kanada und den USA produziert unter anderem das „Wetter im Ersten“.
Die Hälfte seines Geschäfts macht Meteomedia mittlerweile mit Wetterdaten für Firmen, unter anderem für die Energie-, Logistik- und Versicherungsbranche. Herzstück Meteomedias ist ein engmaschiges Messnetz mit nach eigenen Angaben 815 Stationen. Insgesamt werden etwa Daten von 14 000 Stationen ausgewertet.
Kachelmann ist Verwaltungsratspräsident des Unternehmens mit Sitz in Gais südöstlich von St. Gallen und in Bochum. Stellvertreter im Verwaltungsrat ist der Finanzmanager Norbert Steffen. Mitgesellschafter Frank Werner trat Anfang Juli als Mitglied des Verwaltungsrats zurück. Er hatte sich dafür eingesetzt, dass sich Kachelmann aus dem operativen Geschäft des Unternehmens zurückzieht, scheiterte mit diesem Vorhaben jedoch.
Meteomedia produziert auch Berichte für mehrere ARD-Anstalten. Im Hörfunk von WDR, NDR und SR laufen Wettertalks. Daneben liefert das Unternehmen seinen Radiokunden regionale Wetterinformationen. Zahlen zu Umsatz und Gewinn nennt das Unternehmen nicht.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach und Meteomedia sind häufig verschiedener Ansicht über Wetterentwicklungen. Höhepunkt des Streits waren die am 26. Februar 2002 von Orkan Anna vor allem in Norddeutschland verursachten Schäden und die Elbeflut im gleichen Jahr. Die Gefahren soll der DWD nicht so präzise erkannt und vor ihnen nicht so gewarnt haben wie Meteomedia, bemängelten Kritiker.
dpa
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