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Panorama Radfahrer prügelt Fußgänger ins Koma – Untersuchungshaft
Nachrichten Panorama Radfahrer prügelt Fußgänger ins Koma – Untersuchungshaft
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09:40 11.10.2018
An dieser Stelle wurde der 40-jährige Ilja T. brutal niedergeschlagen. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Der 28-jährige Radfahrer, der im Verdacht steht, am Montagnachmittag in Hannover einen 40-jährigen Fußgänger ins Koma geprügelt zu haben, sitzt im Gefängnis. Am Mittwochmorgen vollstreckte die Polizei auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover einen Untersuchungshaftbefehl gegen den mutmaßlichen Schläger und nahm ihn in seiner Wohnung im Stadtteil Linden-Nord fest. Die Ermittler legen ihm jetzt nicht mehr gefährliche Körperverletzung zur Last, sondern werfen ihm ein versuchtes Tötungsdelikt vor.

Prügelei nach Ausweichmanöver

Der 28-jährige Radfahrer war am Montag gegen 15 Uhr im Stadtteil Linden unterweg und musste plötzlich einem 40-jährigen Fußgänger ausweichen. Es kam zu einer Rangelei zwischen den Männern. Im weiteren Verlauf schlug der 28-Jährige mehrfach so heftig auf den Fußgänger ein, dass dieser stürzte und sein Bewusstsein verlor. Der Gesundheitszustand der 40-Jährigen ist weiterhin kritisch.

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass der mutmaßliche Schläger während der Tat unter dem Einfluss von Drogen gestanden hat. „Wir warten noch auf die Ergebnisse der Blutuntersuchungen, dann können wir sagen, um welche Substanz es sich gehandelt hat“, sagt Kathrin Söfker, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Ob die Einnahme des Rauschmittels auch dazu geführt hat, dass der 28-Jährige derart heftig zugeschlagen hat, ist noch offen.

Zeugen haben den Ermittlern vom Hergang der Tat berichtet. Demnach soll der 28-Jährige den Fußgänger mit mehreren harten Faustschlägen im Gesicht getroffen haben. Dadurch stürzte der 40-Jährige zu Boden. Anschließend versuchte der Fußgänger, den Ermittlungen zufolge, sich noch einmal aufzurichten. „Der 28-Jährige soll dann noch einmal zugeschlagen haben und der 40-Jährige soll daraufhin das Bewusstsein verloren haben“, sagt Söfker. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft habe der Angreifer die schweren Verletzungen des Fußgängers zumindest billigend in Kauf genommen.

Fußgängerzone an der Stelle für Radfahrer freigegeben

Bei dem Opfer handelt es sich um den Unternehmer Ilja T., der an diesem Tag geschäftlich in Linden-Nord zu tun hatte. „Es ist am helllichten Tag passiert und nicht nachts am Wochenende, wenn sowieso alle besoffen sind“, sagt der Bruder des Geschäftsmanne. Gemeinsam mit anderen Angehörigen verbringt er seine Zeit derzeit in der Klinik, um seinem Bruder nah sein zu können. „Die Ärzte haben gesagt, dass es nicht gut aussieht“, sagt er. Sollte der 40-Jährige seinen Verletzungen erlegen, würden gegen den Radfahrer ab diesem Zeitpunkt wegen eines Tötungsdelikts ermittelt.

Die Limmerstraße gilt an der Stelle, an der der Vorfall geschehen ist, als Fußgängerzone, die aber für Fahrradfahrer freigegeben ist. Der 28-Jährige hat sich, nach Angaben der Staatsanwaltschaft, unmittelbar nach der Tat Polizisten gegenüber dem Angriff geäußert. Seitdem schweigt er zu den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft erwirkte den Haftbefehl aufgrund der Schwere der Attacke und weil aus Sicht der Ermittler im Fall des 28-Jährigen Fluchtgefahr besteht.

Von Tobias Morchner/RND

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