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Sorge um Sicherheit – Karnevalsumzug fällt aus

Nach Übergriffen in Köln Sorge um Sicherheit – Karnevalsumzug fällt aus

In Rheinbergs Stadtteil Orsoy in Nordrhein-Westfalen fällt der Rosenmontagsumzug aus. Polizei und Veranstalter haben zu große Sicherheitsbedenken. Sie können Übergriffe auf Frauen wie in der Silvesternacht in Köln nicht ausschließen.

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Nach den Übergriffen in der Silvesternacht will NRW den Polizei-Einsatz im Karneval (Archivbild) ausweiten. Die Stadt Rheinberg hat trotzdem den Umzug abgesagt – weil sie Vorfälle wie in Köln befürchtet.

Quelle: Oliver Berg/dpa

Rheinberg. Nach der Silvesternacht von Köln ist man auch am Niederrhein vorsichtiger geworden. In Orsoy, einem Stadtteil von Rheinberg, fällt der Rosenmontagsumzug deshalb aus – die Sorge, dass es auch dort zu Übergriffen auf Frauen wie in Köln kommen könnte, ist einer der Gründe. 

Doppelt so viele Besucher erwartet

Bisher zogen die Narren immer am Tulpensonntag durch Orsoy. In diesem Jahr wollten sie ihren Umzug dagegen auf den Rosenmontag verlegen. Allerdings verlangte die Stadt deshalb vom ausrichtenden Karnevalsclub 1. OKK 99 ein Sicherheitskonzept. Denn am Rosenmontag müsse mit doppelt so vielen Besuchern wie sonst gerechnet werden, erklärte Jonny Strey, Leiter des Fachbereichs für Sicherheit und Ordnung in Rheinberg. Dann würden etwa 5000 Menschen nach Orsoy kommen – und nicht 2500 wie sonst.

So viele Menschen könnten in dem kleinen Stadtteil aber zu einem Verkehrschaos führen. In Orsoy leben rund 3000 Menschen. Außerdem rechnete die Stadt mit "Problemgruppen" unter den Besuchern – also mit Menschen, die gar nicht Karneval feiern, sondern Ärger machen wollen.

Wie reagieren Flüchtlinge auf Narren?

Und da ist dann noch die Sache mit den Flüchtlingen und mit Köln: In Orsoy steht eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes für rund 500 Asylbewerber. Der Rosenmontagsumzug sollte genau daran vorbeiführen. Wie würden die Flüchtlinge auf den fremden Brauch reagieren? Und wie die Narren auf die Asylbewerber? In Rheinberg machte man sich Sorgen. Denn die Flüchtlinge seien mit den Karnevalsbräuchen nicht vertraut, sagte der Sprecher.

Hinzu kommt: In der Unterkunft leben auch zahlreiche Menschen aus Nordafrika, und in Rheinberg hat man verfolgt, aus welchen Ländern die Verdächtigen der Silvesternacht in Köln gekommen sind. Man unterstelle den Flüchtlingen aus Nordafrika nichts, betonte der Stadtsprecher. Aber man sah die Gefahr, dass sich so etwas wie in Köln wiederholen könne. "Sie können es nicht ausschließen", sagte der Stadtsprecher. Und deshalb wurde vom ausrichtenden Karnevalsverein ein Sicherheitskonzept gefordert. Aber dazu sah sich dieser nicht in der Lage.

"Schweren Herzens abgesagt"

"Die Zeit bis Rosenmontag reicht nicht mehr, um die von der Stadt geforderten Sicherheitsauflagen zu erfüllen", sagte der Präsident des ausrichtenden Karnevalsclubs 1. OKK 99, Paul van Holt, der "Rheinischen Post". "Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschieden, den Zug abzusagen."

Von Markus Werning

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