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Rechtsverstöße bei Lebensmitteln haben sich verdoppelt

Verbraucherschutzbericht Rechtsverstöße bei Lebensmitteln haben sich verdoppelt

Keime in Fleischklösen, Pflanzenschutzmittel in Paprika, Metall- und Glassplitter im Müsli: Die Rechtsverstöße bei Lebensmitteln haben sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2009 mehr als verdoppelt.

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Niedersachsens Agrarminister Gert Lindemann präsentiert den Verbraucherschutzbericht 2010.

Quelle: dpa

Hannover. Im vergangenen Jahr haben sich die Rechtsverstöße bei Lebensmitteln im Vergleich zu 2009 mehr als verdoppelt. „Dies ist aber kein Indiz, dass die Situation bei den Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen dramatisch schlechter geworden ist“, sagte Agrarminister Gert Lindemann (CDU) am Freitag in Hannover bei der Vorstellung des Verbraucherschutzberichtes 2010. Vielmehr zeige es, dass die erfolgte Systemumstellung, die Kontrollen stärker auf riskante Betriebe zu fokussieren, funktioniere. Mehr Kontrolleure, wie sie die Linke fordert, würden nicht benötigt.

Dabei würden etwa bereits auffällig gewordene Unternehmen sowie besonders sensible und leicht verderbliche Lebensmittel besonders intensiv kontrolliert. Früher sei die gesamte Breite der Lebensmittel repräsentativ kontrolliert worden, erläuterte der Minister. „Das geht ein wenig zulasten der Aussagefähigkeit, was die Situation der Lebensmittel insgesamt betrifft.“ Dies sei jedoch vertretbar, weil überall dort, wo es ein Problem für Verbraucher geben könnte, die Behörden schnell reagieren könnten.

„Obwohl die Anzahl der Betriebe im Vergleich zu 2009 geringfügig zurückgegangen ist, stieg die Zahl der Kontrollen um 3000 leicht auf 71.000 an“, betonte Lindemann. Sein Fazit: Die niedersächsischen Verbraucher könnten sich auch weiterhin darauf verlassen, dass die Lebensmittel im Agrarland Nummer 1 den hohen gesetzlichen Ansprüchen genügen. „Weiterhin ist festzuhalten, dass bei der Untersuchung von 27 089 Proben im Landesamt für Verbraucherschutz (LAVES) lediglich 45 als gesundheitsschädlich oder gesundheitsgefährdend bewertet wurden.“

Ob Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Gemüse und Torten oder Alltagsgegenstände wie Badeschuhe, Duschbäder und Kunststoffdosen für Lebensmittel - „die weit überwiegende Anzahl der Proben entsprach dem Anforderungen“, sagte Lindemann. Kontrollschwerpunkt seien Hygiene und mögliche Schwermetallbelastungen gewesen. Mit 58 Prozent bilde die allgemeine Hygiene, also etwa saubere Tische und Küchen in Restaurants, unverändert den Großteil der Verstöße.

„Von den knapp 93.000 Betrieben haben die rund 1000 Kontrolleure der Landkreisverwaltungen rund 43.000 besucht und dabei besagte 71.000 Kontrollen durchgeführt“, sagte Hubert Meyer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Niedersächsischen Landkreistages. In der Folge seien rund 17.700 Maßnahmen wie Verkaufsverbote oder zwischenzeitliche Betriebsschließungen ergriffen und 3600 Bußgeld- und Strafverfahren eingeleitet worden.

dpa/jhf

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