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Regen behindert Bergungsarbeiten

Erdbeben in China Regen behindert Bergungsarbeiten

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Chinas behindern starke Regengüsse die Bergungsarbeiten. Die Zahl der Toten ist auf rund 400 gestiegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Trauer über das Unglück ausgedrückt.

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Quelle: dpa

Peking. Einen Tag nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Chinas haben sich in der Unglücksregion bestürzende Szenen abgespielt. Tausende Rettungskräfte suchten im strömenden Regen nach Überlebenden und bargen Tote, während auf den Straßen Leichen von Erdbebenopfern lagen. Die Zahl der Toten stieg auf rund 400 an. Das Beben hatte am Sonntag die Provinz Yunnan erschüttert. Nach neuesten Angaben, welche die Nachrichtenagentur Xinhua verbreitete, wurden fast 80 000 Häuser zerstört und 124 000 weitere Häuser schwer beschädigt. Die Zahl der Toten stieg im Laufe des Montags von 381 auf 398 an, wie das Ministerium für zivile Angelegenheiten der Provinz Yunnan mitteilte. Rund 1800 Menschen wurden verletzt.

Das chinesische Erdbebenzentrum hatte die Stärke des ersten Erdstoßes mit 6,5 angegeben, die US-Erdbebenwarte USGS maß eine Stärke von 6,1. Seitdem erschütterten zahlreiche Nachbeben die Bergregion. Die Behörden mobilisierten laut Xinhua mehr als 18 000 Bergungskräfte – 11 000 Polizisten und Feuerwehrleute sowie 7000 Soldaten und Polizisten. Sie brachten Geräte zur Ortung von Überlebenden und Grabungsmaterial mit. Aus dem ganzen Land kamen zudem Freiwillige in die Unglücksregion. „Es ist unsere Pflicht, zu helfen“, sagte einer von ihnen. Die Helfer kämpften gegen starken Regen an, der zudem zu einem deutlichen Rückgang der Temperaturen führte.

Bei dem verheerenden Erdbeben in China sind in der Provinz Yunnan 390 Menschen gestorben.

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Unterdessen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem verheerenden Erdbeben in China ihre Trauer über den Tod von mehr als 390 Menschen ausgedrückt. In ihrem Kondolenzschreiben an Ministerpräsident Li Keqiang bot sie China zudem Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen der Naturkatastrophe an.

Der am schlimmsten betroffene Bezirk Ludian mit knapp 266 000 Bewohnern liegt mehr als 300 Kilometer von der Provinzhauptstadt Kunming entfernt. Ein Einwohner berichtete Xinhua, die Gegend gleiche einem „Schlachtfeld nach einer Bombardierung“. Xinhua-Journalisten berichteten aus Ludian von „völlig durchnässten Überlebenden, die an den Rändern der schlammigen Straßen sitzen und auf Medikamente und Lebensmittel warten“. Andere schrieben, die Menschen würden „halb bekleidet im Regen zittern“.

In Longtoushan, dem Epizentrum des Bebens, legte ein Freiwilliger sanft die Leiche eines einjährigen Kindes auf eine Straße, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Daneben waren bereits andere Tote, darunter Kinder, abgelegt. Jedes der Opfer war in eine schmutzige Decke oder alte Kleidung gehüllt und an einer improvisierten Bahre festgebunden. Die Leichen lagen im Regen auf der Straße. „Hier liegen 70 bis 80 Tote“, schrie eine Frau hilflos. „Wir können sie nicht abtransportieren, weil alle Straßen blockiert sind“, sagte ein Mann, während weitere Leichen aus den Trümmern gezogen und abgelegt wurden. In dem Ort waren Spuren von Erdrutschen zu sehen.

Laut Xinhua reiste Ministerpräsident Li Keqiang in die Region, um sich vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe zu machen. Aufgrund der beschädigen Straßen habe er die letzten knapp fünf Kilometer zu Fuß zurücklegen müssen. Die US-Regierung bot den chinesischen Behörden ihre Hilfe an.

Vor 40 Jahren waren bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 in derselben Gegend mehr als 1500 Menschen ums Leben gekommen. Im Südwesten Chinas stoßen die eurasische und die indische Kontinentalplatte aufeinander, weshalb heftige Erdstöße dort relativ häufig sind. Im Mai 2008 wurde Yunnans Nachbarprovinz Sichuan von einem Beben der Stärke 8,0 erschüttert, das weite Landstriche verwüstete und zehntausende Gebäude zum Einsturz brachte. Etwa 80.000 Menschen kamen damals vermutlich ums Leben.

afp

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Nach dem stärksten Erdbeben seit Jahren in Chinas südwestlicher Provinz Yunnan ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 589 Menschen gestiegen. Mehr als 2400 Menschen seien verletzt worden, berichtete das Staatsfernsehen CCTV unter Berufung auf Behördenangaben am Mittwoch.

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