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Ein Knigge für chinesische Urlauber

Schwarze Liste Ein Knigge für chinesische Urlauber

Auf einer schwarzen Liste benennt die chinesische Regierung öffentlich Landsleute, die sich auf Reisen daneben benommen haben. Bereits die Namen von 16 Personen hat die China National Tourism Administration dort eingetragen. Die Liste kann von jedermann eingesehen werden.

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Benimm Dich! Was dieser Panda in einem Animationsfilm macht, gehört sich nicht.

Quelle: PR

Peking. Urlaub kann so schön sein – den Alltag vergessen, abschalten, mal ausgelassen feiern. Was dies allerdings mitunter bedeutet, zeigt sich mit schöner Regelmäßigkeit etwa an Mallorcas Stränden, in Ibizas Nachtclubs oder alljährlich auf dem Münchner Oktoberfest. Horden ausgelassener Reisender feiern, was das Zeug hält. Und dabei vergisst mancher, wie man sich im Alltag gemeinhin verhalten sollte.

Genau dies will Chinas Regierung verhindern: Auf einer schwarzen Liste benennt Peking öffentlich Landsleute, die sich auf Reisen daneben benommen haben. Bereits die Namen von 16 Personen hat die China National Tourism Administration dort eingetragen. Die Liste kann von jedermann eingesehen werden. Wer darauf notiert wurde, ist automatisch für Flugreisen gesperrt.

Zuletzt wurden nach Angaben staatlicher Medien zwei Frauen und ein Mann hinzugefügt, die auf einem Flug von Kambodscha in die chinesische Stadt Chengdu über eine offenbar zu weit nach hinten verstellte Rückenlehne in Streit geraten waren. Der Flug war wegen dieses Vorfalls um eine Stunden verspätet, da der Pilot die drei Passagiere abführen ließ. Nachdem Peking im vergangenen Jahr die schwarze Liste angekündigt hatte, hielten Chinesen mit ihren Smart-
phones fleißig jegliches rohe Verhalten fest und meldeten es den Behörden.

Ein urinierender Pandabär

Bereits 2013 hatte die Regierung ein Tourismusgesetz verabschiedet, in dem Chinesen aufgefordert werden, auf Reisen die Bräuche des jeweiligen Gastlandes zu respektieren. Das Staatsfernsehen zeigte daraufhin ein Aufklärungsvideo, in dem – als abschreckendes Beispiel – ein Pandabär in Sydney gegen eine Palme uriniert und dabei in chinesischen Schriftzeichen „Ich war hier“ schreibt.

Präsident Xi Jinping hat seine Landsleute unlängst dazu aufgefordert, auf Reisen weniger Instantnudeln in Hotelzimmern aufzubrühen, da sich zunehmend Luxushotels in aller Welt darüber beschwert hatten. Bereits zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking hatte die Regierung das Spucken auf Gehwege verboten. China gilt längst als die reisefreudigste Nation der Welt. 2014 zählte die Statistik insgesamt 100 Millionen Urlauber aus dem Land. Nach einer Studie könnte diese Zahl bis 2020 auf bis zu 234 Millionen wachsen.

Von Michael Pohl

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