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Reiseveranstalter streicht Anlage

Nach Tod im Hotelpool Reiseveranstalter streicht Anlage

In dem bulgarischen Hotelpool, in dem vor wenigen Tagen ein deutsches Mädchen starb, gab es schon einmal einen ähnlichen Vorfall. Der deutsche Reiseveranstalter ITS streicht das Hotel jetzt aus dem Programm.

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Quelle: Martin Steiner (Archiv)

Köln. Nach dem Tod eines deutschen Mädchens in einem bulgarischen Hotelpool hat der Reiseveranstalter ITS die Anlage aus seinem Programm gestrichen. „Gäste, die einen Aufenthalt in dem Hotel gebucht haben, können umbuchen“, sagte ein ITS-Sprecher am Samstag. In dem Hotel „Berlin Golden Beach“ an der Schwarzmeerküste habe es zudem vor zwei Jahren einen ähnlichen Vorfall in dem Pool gegeben, bestätigte der Sprecher einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Damals konnte sich ein Mädchen laut Zeitung aber noch retten.

Die nun verunglückte 13-Jährige stammt nach Medienberichten aus Sachsen-Anhalt. Sie und ihr alleinerziehender Vater seien zwei Tage vor der Tragödie in dem Hotel angekommen, berichtete die „Magdeburger Volksstimme“. Der 52 Jahre alte Vater sagte der Zeitung, er sei mit seiner Tochter am vergangenen Samstag von Berlin nach Bulgarien geflogen. Am Montag sei das Mädchen gegen 10.30 Uhr zum Pool gegangen. Der Vater ahnte erst etwas von dem Unglück, als ein Rettungswagen vor dem Hotel hielt.

Nach Angaben der Zeitung erfuhr er später, dass die Abdeckung eines etwa 20 Zentimeter großen Ansaugrohrs der Umwälzpumpe auf dem Beckengrund wahrscheinlich fehlte. Dadurch sei ein starker Sog entstanden, der das Mädchen unter Wasser zog. Hotelmitarbeiter hätten in dem 1,40 Meter tiefen Pool minutenlang versucht, seine Tochter zu retten, sagte der Vater dem Blatt weiter. Die 13-Jährige sei am frühen Dienstagmorgen in einem Krankenhaus für tot erklärt worden. Der Leichnam sollte am Wochenende von Bulgarien nach Deutschland gebracht werden.

Im Jahr 2009 hatte es in der Anlage einen ähnlichen Unfall mit einem Mädchen aus Nordrhein-Westfalen gegeben. Das Kind konnte sich laut „Bild“-Bericht in letzter Sekunde selbst befreien. Damals sei das Schwimmbad vorschriftswidrig nicht gesperrt gewesen, als das Wasser aus den Becken abgepumpt wurde, sagte der ITS-Sprecher.

ITS hält „menschliches Versagen“ für die Ursache der Unfälle. Nach den bisherigen Erkenntnissen sei der Pool auch diesmal nicht gesperrt gewesen, als das Wasser abgelassen wurde. Nach dem ersten Unfall sei der Hotelbetreiber noch einmal nachdrücklich auf seine Pflichten bei der Sicherheit hingewiesen worden, sagte der Sprecher. Weil er offensichtlich daraus keine Lehren zog, habe ITS die Geschäftsbeziehungen abgebrochen. Das Hotel könne nicht mehr über ITS gebucht werden.

Nach ersten Angaben der Gemeinde Warna vom Mittwoch war der Pool noch nicht offiziell zugelassen. Dazu sagte der ITS-Sprecher, der Hotelier habe vor Beginn der Saison schriftlich versichert, die notwendigen Genehmigungen lägen vor.

Das Hotel nahm am Samstag keine Stellung zu dem Fall. Nach Angaben des ITS-Sprechers soll die Hotelchefin nach dem Unglück gefeuert worden sein.

dpa

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