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Alles nur ein Spiel

Spielemesse in Essen eröffnet Alles nur ein Spiel

Essen ist bis Sonntag Treffpunkt für Fans von Brettspielen und Kartenspielen aus aller Welt. Spätestens seit dem Siegeszug von Klaus Teubers „Die Siedler von Catan“ gelten sogenannte „German Games“ als Verkaufsschlager. In Essen werden nun mehr als 1000 Neuerscheinungen vorgestellt – neuer Rekord.

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Alles so schön bunt hier: Auf der Messe in Essen wurde auch das Spiel "Nitro Glyxerol" vorgestellt.

Quelle: dpa

Essen. Die Macht ist mit den Internationalen Spieletagen. Die Sternenkrieger-Saga „Star Wars“ ist einer der großen Trends auf der weltgrößten Messe für Gesellschaftsspiele in Essen, die am Donnerstag beginnt und sich am Mittwoch mit der Neuheitenschau für Fachbesucher und der Verleihung des Deutschen Spielepreises schon einmal warm gespielt hat. Und irgendwo in Halle 2 auf dem Messegelände, versteckt zwischen Ständen mit T-Shirts, Zinnminiaturen und Fantasy-Gewandungen, steht dann auch ein Landspeeder – der Nachbau eines futuristisches Düsenmotorrads aus dem nächsten „Star Wars“-Film.

910 Aussteller aus 41 Nationen

Mehr als 1000 Neuheiten warten in diesem Jahr darauf, von den Spielefans entdeckt zu werden, ein neuer Höchstwert (2014 waren es noch knapp 850) – die Messe wächst ohnehin stetig. Die Ausstellungsfläche wurde noch einmal um 9 Prozent auf 63.000 Quadratmeter vergrößert. 910 Aussteller aus 41 Nationen sind vertreten, vom japanischen Kleinstverlag bis zur englischsprachigen Web-Spieledatenbank Boardgamegeek.com. „Die Messe ist ein Muss“, sagt Lincoln Damerst von der einflussreichen Internetseite, die weltweit Fans miteinander vernetzt und in Essen ganz selbstverständlich mit eigenem Stand vertreten ist.

„Die Welt spielt, und sie spielt in Essen“, meint dazu Dominique Metzler vom veranstaltenden Friedrich-Merz-Verlag. Was vor 33 Jahren als lockerers Treffen von ein paar Spielenarren in der Essener Volkshochschule begann, ist zum Treff einer Branche geworden, die weltweit wächst. Mit 160.000 Messebesuchern rechnet der Merz-Verlag in diesem Jahr.

Sogenannte „German Games“ sind ein weltweites Markenzeichen, spätestens seit dem Siegeszug von Klaus Teubers „Die Siedler von Catan“, das heute ganz polyglott nur noch „Catan“ heißt. 22 Millionen Exemplare wurden von dem „Spiel des Jahres 1995“ verkauft, in 35 Ländern. „Der Redakteur meinte damals ganz optimistisch: ,Wir schaffen vier Millionen’“, sagt Spieleerfinder Klaus Teuber und freut sich sichtlich. Um 12,6 Prozent wuchs der Umsatz an Familienspielen in Deutschland in den ersten zwei Dritteln des Jahres. „Nach einem heißen Sommer rechnen wir mit einem heißen Herbst und einem noch wärmeren Winter“, sagte gestern bei der Messeeröffnung Hermann Hutter, Vorsitzender des Branchenverbands „Spieleverlage e.V.“.

Von Finanzkrise bis Küchlein im Gesicht

Freunde anspruchsvoller Familienspieler werden in Essen ebenso fündig wie Fans simpler Spaßspiele. Ob man nun in dem satirischen Strategiespiel „Euro Crisis“ die Finanzkrise nachspielen möchte oder sich bei „Pie Face“ nasse Schwämme oder Küchlein ins Gesicht klatschen lässt – die neuen Titel sind so unterschiedlich wie die Leute, die sie spielen.

Selbst zu dem großen Thema „Star Wars“ gibt es vom anspruchsvollen Miniaturenspiel („Imperial Assault“) bis zum aufgemotzten Klassiker ( „Star Wars Carcassone“) ein sehr breites Spektrum.

  • Die Internationalen Spieltage laufen von heute bis Sonntag auf dem Messegelände. Geöffnet ist täglich von 10 bis 19, Sonntag bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 11,50 Euro, für Kinder 6,50 Euro.
  • Den deutschen Spielepreis hat das anspruchsvolle Stragegiespiel „Auf den Spuren von Marco Polo“ (Verlag Hans im Glück, ab zwölf Jahren, etwa 39 Euro) gewonnen. Die Autoren schicken die Spieler in der Rolle von Zeitgenossen des großen Entdeckers in das Reich Kublai Khans.
  • Der Preisträger ist ein typisches Expertenspiel – der Deutsche Spielepreis wird nach Befragung von Hunderten Vielspielern ermittelt. Er ist nicht zu verwechseln mit der Auszeichnung „Spiel des Jahres“; hier wählt eine Jury ein Spiel.

Von Stefan Gohlisch

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