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ZDF-"Traumschiff" verdirbt Rentnern die Reise

Rund 1000 Euro Entschädigung ZDF-"Traumschiff" verdirbt Rentnern die Reise

Ein Berliner Ehepaar wollte eine Kreuzfahrt im Pazifik genießen. Aber das ZDF drehte auf dem Schiff eine neue "Traumschiff"-Folge. Darüber ärgerten sich die Rentner so sehr, dass sie eine Entschädigung verlangten – sie bekamen Recht.

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Das ZDF dreht die Folgen der Fernsehreihe "Das Traumschiff" seit 2015 auf der MS "Amadea".

Quelle: Oliver Asmussen / Phoenix Reisen / dpa

Bonn. Die Eheleute hatten eine Kreuzfahrt von Vietnam nach Neuseeland gebucht. Für die 26 Tage auf der "MS Amadea" bezahlten sie 11.080 Euro. Wahrscheinlich hatten sie sich darauf gefreut. Was die erfahrenen Kreuzfahrer aber nicht wussten: Das relativ kleine Schiff mit 600 Passagieren ist seit Anfang 2015 Drehkulisse fürs "Traumschiff".

Auf der Flucht vor dem Filmteam

Entsprechend waren immer Teile des Luxusliners, vor allem das Promenadendeck, für Aufnahmen mit Sascha Hehn als Kapitän und Heide Keller als Chefstewardess gesperrt. Das Ehepaar fühlte sich auch gestört durch lautes Hämmern und Sägen und Megafon-Anweisungen. Als Passagier sei man stets auf der Flucht vor dem Filmteam gewesen.

Sie forderten deshalb Geld zurück – und das Amtsgericht Bonn gab ihrer Klage auf Reisepreisminderung statt. Wie eine Sprecherin am Freitag bestätigte, muss das Bonner Reiseunternehmen den 82 und 79 Jahre alten Eheleuten für die Reisetage, an denen auf ihrem Kreuzfahrtschiff gedreht wurde, 1022,76 Euro zurückzahlen. Das ist eine Minderung um 20 Prozent an zwölf Drehtagen.

Dreharbeiten als Reisemangel

Es gehöre zum Vertrag einer ordnungsgemäßen Reise, dass Passagiere jederzeit alle Freizeitmöglichkeiten nutzen könnten, urteilte die Bonner Amtsrichterin. Einschränkungen beispielsweise durch die Absperrungen des Promenadendecks für die Dreharbeiten seien ein Reisemangel und müssten nicht hingenommen werden. Das Urteil des Amtsgerichts Bonn trägt das Aktenzeichen 101C 423/15.

Wie Medien berichteten, hatte die Richterin zunächst einen Vergleich vorgeschlagen. Demnach sollte das Paar zehn Prozent des Reisepreises zurückbekommen. Doch das sei den Klägern zu wenig gewesen.

dpa/wer

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