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Rettungseinsatz im zerbombten Gaza-Zoo

Mehrere Tiere getötet Rettungseinsatz im zerbombten Gaza-Zoo

Nicht nur Menschen sind von dem Gaza-Krieg betroffen, sondern auch Tiere. Tierschützer haben einen schwer beschädigten Zoo mit Futter und Medikamenten versorgt. Sie helfen den überlebenden Tieren, darunter drei Löwen.

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Dr. Amir Khalil, Arzt der österreichischen Tierrechts- und Tierschutzorganisation Vier Pfoten, behandelt einen Löwen.

Quelle: dpa

Gaza. Das vormals grüne Gras ist versengt und braun, viele Bäume sind abgeknickt. Besuchern des Al-Bisan-Zoos im nördlichen Gazastreifen bietet sich ein bedrückendes Bild der Zerstörung. Tiefe Einschlaglöcher zeugen von massiven Angriffen während des Gaza-Kriegs. Viele zerstörte Tiergehege sind nur notdürftig zusammengeflickt.

Der Krieg im Gazastreifen hat nicht nur mehr als 2100 Menschen das Leben gekostet, sondern auch vielen Tieren. In dem Bisan-Zoo wurden während der Kämpfe mehr als 80 Tiere getötet. Mit einem Militärkonvoi ist eine österreichische Delegation der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ über die ägyptische Sinai-Halbinsel zu einem Rettungseinsatz in das zerstörten Gebiet gekommen.

Nach zahlreichen Wochen des militärischen Konflikts sind durch die Zerstörung des Bisam City Zoos in Gaza über 80 Tiere getötet worden. 

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„Unter den getöteten Tieren waren Affen, ein Löwe, Strauße und viele seltene Vögel“, sagte der Zoodirektor Schadi Hamad der Nachrichtenagentur dpa. Auch Käfige sowie die Wasser- und Stromversorgung seien bei massiven israelischen Angriffen aus der Luft und vom Boden aus beschädigt worden. Der Schaden im Zoo belaufe sich auf etwa 100.000 Dollar. Das Militär teilte dazu mit: „Die israelische Armee zielt unter keinen Umständen auf zivile Einrichtungen ab, einschließlich Zoos.“ Die im Gazastreifen herrschende Hamas missbrauche hingegen zivile Einrichtungen zu Angriffen auf Israel.

Der Tierpark ist Teil einer weitläufigen Ferienanlage mit Palmen, einem Vergnügungspark und einem großen Schwimmbad. Auch hier beliefen sich die Kriegsschäden auf etwa 50.000 Dollar, sagte Hamad. Das Schwimmbad ist nicht mehr mit Wasser, sondern mit grauem Schutt gefüllt. Ein dreistöckiges Gebäude am Eingang des Parks, in dem sich Verwaltungsbüros und ein Café befanden, ist vollständig zerbombt.

Der von der radikal-islamischen Hamas gebaute Park liegt am nördlichen Rand des Gazastreifens unweit der Grenze zu Israel. Die grüne Vergnügungsanlage sollte es den Einwohnern des blockierten Gazastreifens ermöglichen, zumindest für wenige Stunden dem Druck des Alltags zu entfliehen. Viele der Tiere wurden durch unterirdische Tunnel aus Ägypten in den Gazastreifen geschmuggelt, bevor die ägyptische Führung diese zerstören ließ.

Während des Gaza-Kriegs konnten die Pfleger sich wegen der ständigen Bombardements nur unter Gefährdung ihres eigenen Lebens um die Tiere kümmern. Die Tierschützer von „Vier Pfoten“ haben nun Nahrung, Medikamente und Impfstoffe für die 70 rund überlebenden Zootiere gebracht. „Sie haben auch einen Schwan operiert, der an der Brust und am Flügel schwer verletzt war“, erzählt Hamad. Die Operation sei erfolgreich verlaufen.

Ein Delegationsmitglied, der Tierarzt Amir Khalil, äußerte sich erschüttert über den Zustand des Zoos. „Fast alle Gehege liegen in Schutt und Asche“, sagte er nach Angaben der Organisation. Man habe die Kadaver mehrerer toter Tiere vorgefunden. „Die wenigen Überlebenden, darunter auch drei Löwen, sind traumatisiert, sehr krank und schwach.“ Man erwäge nun, die Löwen - zwei Männchen und ein Weibchen - an einen sicheren Ort außerhalb von Gaza zu bringen. „Wir hoffen, dass wir unseren Zoo so schnell wie möglich wieder aufbauen können“, sagt Hamad.

dpa

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