Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Rettungskräfte üben den Ernstfall im Weserstadion

Massenpanik Rettungskräfte üben den Ernstfall im Weserstadion

Im Bremer Weserstadion gibt es eine Explosion. Panik bricht aus. Fünf Menschen sterben, 60 werden verletzt. Die Zusammenarbeit bei einer solchen Katastrophe haben am Samstag Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte geübt. Am Ende zogen sie ein positives Fazit.

Voriger Artikel
Pinguin übersteht Magenspülung
Nächster Artikel
36-Jähriger bedroht Polizisten mit Messer

Katastrophenübung im Weserstadion.

Quelle: dpa

Bremen. Langsam füllt sich das Weserstadion. Schon eine halbe Stunde vor Spielbeginn heizen die Fans von Werder Bremen mit lautem Klatschen, La-Ola-Wellen und Tröten die Stimmung an. Auf den oberen Rängen zünden einige Zuschauer Feuerwerk, bunter Qualm vernebelt die Sicht. Plötzlich explodiert irgendetwas. Panik bricht aus. Orientierungslos stürmen die Fans auseinander. Einige stürzen über die Brüstung und fallen auf die Tribüne darunter. Eine Katastrophe - doch zum Glück ist alles nur gestellt.

Knapp 500 Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte testen am Samstag den Ernstfall bei einem Fußballspiel des Bundesliga-Clubs. Im vergangenen September waren nach einem Derby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger HSV mehrere Fans im Gedränge gestürzt. Knapp 30 Menschen wurden damals verletzt.

Doch dieser Unfall habe nicht den Ausschlag für das Szenario gegeben, sagte Rainer Gausepohl von der Innenbehörde. In den vergangenen Jahrzehnten gab es zwar kleinere Übungen im Weserstadion, aber keine in der Größenordnung. „In erster Linie geht es darum, die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzkräfte zu üben“, betont Gausepohl. Auch die Fluchtwege und das Gelände um das umgebaute Weserstadion stehen im Fokus. „Die Zufahrtswege sind teilweise ja sehr eng“, meint Polizeisprecher Henning Zanetti.

Als der Rauch sich im Weserstadion lichtet, zeigt sich ein Bild des Schreckens. Zwischen den Bänken liegen Menschen mit seltsam verrenkten Gliedern. Andere halten sich laut stöhnend ihre verbrannten Arme oder blutigen Kopfwunden. Fünf Tote und rund 60 Verletzte zählen die geschockten Ordner im Stadion.

Polizei und Feuerwehr kommen kaum zu den Verletzten durch. Tausende Fans blockieren ihnen vor der Arena den Weg. Während von draußen noch immer Zuschauer auf die Tribünen drängen, wollen andere unbedingt raus. In diesem heillosen Chaos versuchen die Rettungskräfte den Überblick zu behalten. Nach und nach tragen sie die Verletzten aus dem Gedränge und sammeln sie auf dem Gang.

„Es bringt wenig jemanden zu greifen und einfach in einen Rettungswagen zu verfrachten“, erläutert Zanetti. Systematisch untersuchen Sanitäter die Opfer und versorgen ihre Wunden notdürftig. Draußen bauen in der Zeit Feuerwehr und Technisches Hilfswerk mehrere Zelte auf einem 500 Meter entfernten Parkplatz auf. Dort sollen Ärzte die Verletzten behandeln, bis sie in die Krankenhäuser kommen. Das entlastet die Notaufnahmen.

Mehr als eine Stunde nach der Explosion tragen Rettungskräfte endlich die ersten Verletzten herüber. „Das fühlt sich langsam an - gerade für die, die drinnen im Stadion sind“, sagt Zanetti. Am Ende sind die Experten aber mit dem Ablauf zufrieden.

„Im Großen und Ganzen sind wir gut aufgestellt“, sagt Zanetti nach einem ersten Fazit. „Es gibt aber auch noch Sachen, über die man sprechen muss.“ Vor allem die wenigen freien Flächen um das Stadion seien ein Problem für die Rettungskräfte gewesen. Welche Konsequenzen Polizei und Feuerwehr aus der Übung ziehen werden, können sie aber erst später nach einer detaillierten Analyse sagen.

Zur etwa gleichen Zeit beschäftigen sich auch in Hannover 170 Rettungskräfte mit einer nachgespielten Katastrophe: Eine Stadtbahn und zwei Autos sind zusammen gestoßen. In der Übung in Hannover müssen sich Feuerwehr, Rotes Kreuz und Experten von der Medizinischen Hochschule um 29 Verletzte und zwei Tote kümmern.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bilder von der Katastrophenübung
Foto: Die Feuerwehr hat in Hannover einen Stadtbahnunfall geprobt.

In Zusammenarbeit mit der Üstra, der DRK-Rettungsschule Niedersachsen und der MHH hat die Feuerwehr Hannover am Samstag einen Stadtbahnunfall geprobt. Mehr als 170 Einsatzkräfte und rund 40 Fahrzeuge waren an der Übung beteiligt.

mehr
Mehr aus Panorama
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.