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Panorama „Rock am Ring“-Veranstalter sorgt mit Wutrede für Empörung
Nachrichten Panorama „Rock am Ring“-Veranstalter sorgt mit Wutrede für Empörung
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16:36 03.06.2017
„Rock am Ring“-Veranstalter Marek Lieberberg.  Quelle: imago
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Berlin

 Aber klar doch: Auch Muslime müssen gegen Terroristen demonstrieren, die im Namen eines Gottes Mord und Totschlag produzieren, denen es Spaß macht, Angst und Schrecken zu verbreiten, die nichts anderes im Sinn haben, als zivile Gesellschaften in den Abgrund ihres eigenen kranken Denkens zu stürzen.

Marek Lieberberg, der Veranstalter von „Rock am Ring“, von Konzerten „gegen rechts“ und Kumpel von Xavier Naidoo hatte in den Stunden der Ungewissheit für seine Geschäftsidee am „Ring“ nicht nur Sorge um seine Megaveranstaltung. Blitz und Donner im vergangenen Jahr und jetzt eine zeitweilige Terrorgefahr. Auch deshalb versteht man seine Wutrede. Man wolle nicht der „Prügelknabe“ sein für die Internationale der Bombenleger. „Seine“ Rockkonzert-Kunden dürften nicht die „Zeche bezahlen“, fordert Lieberberg - im von der Polizei geschützten Raum am Ring. Alle müssten jetzt aufstehen, den Angstverbreitern entgegentreten. Gut gesprochen. Kurz gedacht.

Das von Zehntausenden Musikfans besuchte Festival „Rock am Ring“ wurde wegen Terrorgefahr am Freitagabend unterbrochen. Nachdem die Polizei das Gelände in Nürburg intensiv abgesucht hatte, konnte sich der Verdacht nicht erhärten. Das Festival wurde am Sonnabend fortgesetzt.

Wem ist damit geholfen, die Verantwortung ganz speziell den Muslimen zuzuschieben? Am Ende wohl auch jenen, die sagen die Flüchtlingswelle bedroht die feine deutsche Gesellschaft. Missverständnisse sollten wir uns alle ersparen.

Die Gefahr für unsere Kultur des liberalen Feierns und des angstfreien Lebens besteht für uns alle: Atheisten, Christen, Juden, Muslime. Wer einen Sonderprotest der Muslime einfordert, der spaltet in Wahrheit und er geht den Terroristen auf den Leim, weil er das Argument aufnimmt, Bomben im Namen Allahs hätten eben doch einiges mit dem Koran zu tun. So einfach ist es nicht. Auch dann nicht, wenn Journalisten auf der nächtlichen Pressekonferenz mit Lieberberg applaudieren, statt zu protokollieren.

Am Freitagabend musste das Festivalgelände am Nürburgring wegen einer „terroristischen Gefährdungslage“ unterbrochen werden – der Terrorverdacht bestätigte sich nicht. Am Sonnabend wurde das Festival fortgesetzt.

Von Dieter Wonka/RND

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