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Hund beißt Kind – Bewährungsstrafe für Halter

Mädchen durch Angriff entstellt Hund beißt Kind – Bewährungsstrafe für Halter

Ein Rottweiler fällt ein zweijähriges Mädchen an und verletzt es schwer. Die Halterin und eine Freundin hatten den Hund frei laufen lassen. Dafür erhalten sie nun Bewährungsstrafen von 21 und zwölf Monaten. Die Richterin fand klare Worte.

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Nach einem lebensgefährlichen Rottweiler-Angriff (Symbolbild) auf ein zweijähriges Mädchen ist die Hundehalterin am Montag vor dem Duisburger Amtsgericht zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Quelle: dpa

Duisburg. 21 Monate Haft auf Bewährung. So urteilte das Amtsgericht Duisburg gegen eine Hundehalterin nach dem lebensgefährlichen Angriff ihres Rottweilers auf ein zweijähriges Mädchen. Eine Freundin, die den Hund ohne Leine ausgeführt hatte, erhielt ebenfalls eine Bewährungsstrafe. Diese wurde auf zwölf Monate festgelegt.

Der Rottweiler hatte das Kind am 6. Juli 2015 angefallen und ihm fast die gesamte Kopfhaut abgerissen. Seitdem ist das Mädchen dauerhaft entstellt, die Haare werden nie wieder nachwachsen. "Wir haben keinen Spaß mehr am Leben", sagte der Vater nach dem Prozess.

Vater kämpfte verzweifelt gegen den Rottweiler

Richterin Marianne Ohlerich ließ bei der Urteilsbegründung keinen Zweifel daran, wie sehr sie mit dem kleinen Mädchen fühlt. "Es musste schreckliche Qualen erleiden", sagte sie. Viele weitere Operationen würden noch folgen. Entsprechend hart fielen ihre Worte an die beiden Angeklagten aus. "Wie kann man nur so gedankenlos und gleichgültig sein?", fragte sie die beiden Frauen vor ihr auf der Anklagebank. "Es ist nicht nachvollziehbar, wie man einen derartigen Hund von der Leine lassen kann."

Schließlich hätten gerade Rottweiler in der Vergangenheit immer wieder Menschen angegriffen – vor allem auch Kinder. Der Vater des Mädchens war mit seinen zwei Kindern am Duisburger Rheinufer, als es zu dem Unglück kam. An einem warmen Sommertag saß die Familie am Wasser und spielte. Dann kam der Rottweiler angerannt. Der Vater kämpfe verzweifelt mit dem Tier, doch der Hund war wie im Blutrausch.

Leinenpflicht war für Halterin aufgehoben worden

"Solche Leute dürfen so einen Hund einfach nicht halten", sagte die Mutter des Mädchens unter Tränen. Schließlich habe der Rottweiler zuvor auch schon andere Kinder angegriffen oder zumindest bedroht. Dies hatten mehrere Zeugen im Laufe des Verfahrens ausgesagt.

Die 31-jährige Hundehalterin war von der Stadt Duisburg nach einer Sachkundeprüfung von Leinenpflicht und Maulkorbzwang befreit worden. Das galt aber nicht für ihre mitangeklagte Freundin, die den Rottweiler damals ausgeführt hatte. Die Richter gehen allerdings davon aus, dass die Halterin die 22-Jährige nicht davon in Kenntnis gesetzt hatte, dass der Hund nur mit Maulkorb und Leine vor die Tür durfte.

Als Bewährungsauflage gaben die Richter den Angeklagten auf, 500 beziehungsweise 300 Stunden soziale Arbeit zu leisten. Die Angeklagten hatten auf Geldstrafen gehofft.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Angriffen von Hunden auf Kinder. Erst Ende April wurde ein vierjähriges Mädchen durch mehrere Bisse eines Rottweilers in Kopf und Hals schwer verletzt. Und selbst gut geschulte Hunde beißen manchmal zu. In Mittelfranken wurden 2012 gleich sechs Kinder von einem Polizeihund verletzt.

dpa/RND/fw

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