Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Deutsche geben anders
Nachrichten Panorama Deutsche geben anders
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 19.12.2015
Symbolbild Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Im Jahr der Flüchtlingskrise hat sich die Spendenbereitschaft der Menschen in Deutschland einer Studie zufolge verändert. In den zwölf Monaten von Oktober 2014 bis Oktober 2015 gaben weniger Menschen Geld für gemeinnützige Organisationen, wie der Deutsche Fundraising Verband unter Berufung auf den TNS-Infratest Spendenmonitor mitteilte. Bis zum Oktober waren es demnach 42 Prozent, im Vorjahreszeitraum noch 45 Prozent. Allerdings kommt die Befragung auch zu dem Ergebnis, dass sich die Art der Spenden angesichts der Flüchtlingskrise verändert hat: Statt Geld zu geben, tendiert ein größerer Teil demnach zur Sachspende. Und wenn doch Geld gespendet wird, sind es größere Summen. Andere Studien kommen dagegen zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Spender gestiegen ist.

So erklärte das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vor einigen Tagen, dass die Bereitschaft zum Geben hierzulande sogar deutlich zugenommen habe. Demnach könnte der Anteil der Spender in der deutschen Bevölkerung 2015 erstmals bei über 50 Prozent liegen.

Das DZI rechnet damit, dass das Volumen der Geldspenden in diesem Jahr nahezu 7 Milliarden Euro erreicht. 2014 waren es 6,5 Milliarden. Die Gründe dafür sieht DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke in dem schweren Erdbeben in Nepal und der Flüchtlingskrise. Sonderspendenaktionen wie bei dem Erdbeben ließen die Gesamtsumme der Spenden erfahrungsgemäß immer steigen, sagte Wilke der Deutschen Presse-Agentur. "Die Hilfsbereitschaft in der Flüchtlingskrise äußert sich vor allem in ehrenamtlichem Engagement, aber auch in Sach- und Geldspenden."

Das DZI stützt sich bei seiner Prognose auch auf eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Diese hatte im Auftrag des Deutschen Spendenrats 10.000 Deutsche ab zehn Jahren befragt. Von Januar bis September 2015 stifteten die Privatleute demnach rund 3,4 Milliarden Euro. Das waren fast 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Deutsche Spendenrat geht deshalb davon aus, dass in diesem Jahr bis zu 5,6 Milliarden Euro in die Kassen der Hilfsorganisationen und Kirchen fließen könnten. "Die Flüchtlingswelle hat wohl viele zum Spenden aufgerufen", erklärte GfK-Marktforscherin Gertrud Bohrer im November.

Der Deutsche Fundraising Verband rechnet dagegen mit 4 Milliarden. Das wären knapp 300 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die Durchschnittsspende stieg demnach von 128 Euro auf 146 Euro.

Allerdings berichtet der Verband von einer gesunkenen Spenderzahl. Besonders gravierend sei der Rückgang im mittleren Alterssegment zwischen 30 und 64 Jahren, hieß es. Dort spendeten demnach rund fünf bis sechs Prozent weniger als im Vorjahr. "Wer sich angesichts der aktuellen Zahlen über höhere Spendensummen freut, denkt zu kurzfristig", erklärte Arne Peper, Geschäftsführer des Deutschen Fundraising Verbands. "Wenn dieser Trend anhält, werden die gemeinnützigen Organisationen in zehn Jahren große Probleme bekommen. Menschen im Alter über 60 Jahre sind seit jeher die tragende Spendersäule der gemeinnützigen Organisationen."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

So hatte sich der Räuber das nicht vorgestellt: Er hatte gerade einen Elfjährigen in Bad Dürrenberg (Sachsen-Anhalt) zu Boden gestoßen und ihm das Handy geraubt, als der Junge sich wehrte. Der Angreifer konnte nur mit Mühe entkommen.

19.12.2015

In Peking ist am Samstag zum zweiten Mal die höchste Smog-Alarmstufe "Rot" in Kraft getreten. Ab 7.00 Uhr (Ortszeit) galten auf den Straßen der chinesischen Hauptstadt Fahrverbote. Bis Dienstag dürfen Autos je nach Nummernschild nur noch abwechselnd an geraden und ungeraden Tagen fahren.

19.12.2015

Ein Schamanenritual mit Touristen hat in Peru ein blutiges Ende genommen. Ein Kanadier steht in Verdacht, in der Nähe von Iquitos einen Briten getötet zu haben – mutmaßlich im Ayahuasca-Rausch.

18.12.2015
Anzeige