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Samenbank hat nur neun Spender

Chefin schlägt Alarm Samenbank hat nur neun Spender

In Großbritannien werden Samenspenden zur Mangelware. Selbst die vor einem Jahr eigens gegründete Nationale Samenbank NGDT muss nun einräumen, nur neun registrierte Spender zu haben. Als Ausweg will die staatliche Einrichtugn nun auf aggressive Werbung setzen.

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Quelle: dpa/Archiv

Birmingham. Die 2014 gegründete britische Samenbank NGDT in Birmingham hat bisher nur neun registrierte Spender. Die Leiterin der staatlichen Einrichtung, Laura Witjens, kündigte im "Guardian" (Dienstagausgabe) eine Werbeoffensive für die Samenbank an.

Diese war erst im Oktober 2014 durch die Kooperation von zwei Einrichtungen unter Aufsicht des Gesundheitsamtes gegründet worden, um dem damals schon vorhandenen Mangel an Samenspenden auf der Insel entgegenzuwirken.

Werbung nach dänischem Vorbild

Witjens will nun aggressiver um Spender werben. Vorbild ist für die britische Samenbank-Chefin Dänemark: Dort würden die Männer per Samenbank-Werbung an die Kraft der Wikinger erinnert. Und nicht nur das: Witjens verweist zudem darauf, dass dänische Samenbanken in der Werbung stolz Spermien als Exportschlager aufzählen - neben Bier und Lego.

Doch selbst mit aggressiverer Werbung glaubt Witjens nicht an einen raschen Aufschwung: Es könne fünf Jahre dauern, bis eine ausreichende Zahl von Samenspenden zusammen gekommen sei, sagt sie.

Eine Erhöhung des finanziellen Anreizes für potenzielle Spender kommt für die britische Samenbank-Chefin übrigens nicht in Frage. Laura Witjens glaubt, dass Männer dann möglicherweise vorhandene gesundheitliche Probleme verschweigen, um sich die Aufwandsentschädigung zu sichern. Derzeit bekommt ein Spender in Großbritannien 35 Pfund (knapp 50 Euro).

Die Zahlen an Samenspendern sind in Großbritannien schon seit Jahren rückläufig. Als Hauptgrund gilt eine Gesetzesänderung im Jahr 2005: Dieses geht zu Lasten der Anonynmität der Spender. Es gibt jedem ab diesem Zeitpunkt durch eine Samenspende gezeugtem Kind das Recht, mit Beginn der Volljährigkeit die Identität des biologischen Vaters zu erfahren.

zys/dpa

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