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Spekulationen über San-Bernardino-Angreifer

Ausraster oder Terrorakt? Spekulationen über San-Bernardino-Angreifer

Hat die Bluttat von San Bernardino möglicherweise doch einen terroristischen Hintergrund? Die Ermittler halten sich bedeckt. Doch es gibt bereits allerlei Spekulationen über einen islamistischen Hintergrund von mindestens einem der zwei mutmaßlichen Täter.

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Polizeibeamte inspizieren mit einem Spezialfahrzeug das Haus von einem oder mehreren der Tatverdächtigen.

Quelle: David McNew/Getty Images/AFP

Los Angeles. Ausraster nach einer Party-Beleidigung? Oder Terrorakt nach IS-Art? Polizei, FBI und Geheimdienst können sich nach dem Massaker im Los Angeles-Vorort San Bernardino nicht festlegen. Aber die Amerikaner nehmen es als Indiz, dass der "Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen" sich zum Täter äußert.

Oder genauer der Bruder von Syed Rizwan Farook, der in einem Feuergefecht mit der Polizei erschossen wurde. Farhan Khan, der mit Syeds Schwester verheiratet ist: "Ich habe mit ihm das letzte Mal vor einer Woche gesprochen. Ich stehe unter Schock. Ich habe keine Ahnung, warum er das getan hat."

Mutmaßliche Täter haben gemeinsame Tochter

Klar ist: Farook ist amerikanischer Staatsbürger, war als Nahrungsmittel-Inspektor beim Gesundheitsamt beschäftigt.

Klar ist auch: Er war auf einer morgendlichen Feier im Inland Regional Center und - so die Polizei - verließ sie wütend. Die Frau, die das Attentat mit ihm ausführte und an seiner Seite starb, war Tashfeen Malik. Farook hatte die 26-Jährige durch eine Internet-Verbindung kennen gelernt. Der 28-Jährige war vor kurzem nach Saudi Arabien geflogen und soll die Araberin dort geheiratet haben. Die beiden haben eine sechs Monate alte Tochter zusammen.

Laut Hussam Ayloush, dem Direktor des Ausschusses fuer Amerikanisch-Islamische Beziehungen (CAIR), hatten Farook und Malik ihre kleine Tochter bei der Großmutter abgegeben, bevor sie den Amoklauf starteten. Mit der Begründung, dass Malik einen Zahnarzt-Termin hat.

Erneut ist es in den USA zu einer schweren Schießerei gekommen. In der kalifornischen Stadt San Bernardino haben drei Täter ein Blutbad angerichtet. 14 Menschen wurden in einer Sozialeinrichtung getötet, 17 weitere wurden verletzt. Zwei mutmaßliche Angreifer wurden von der Polizei nach einer Verfolgungsjagd erschossen.

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Sein Vater sagt: "Er war ein streng gläubiger Moslem. Er ging zur Arbeit und kam nach Hause, um zu beten." Doch mehr weiss Farrok Senior nicht: "Wir haben uns entzweit, weil meine Frau sich von mir scheiden lassen hat. Sie will nichts mit mir zu tun haben, aber die beiden sind ein Herz und eine Seele."

"Da steckte Planung hinter"

Maria Guiterrez, Nachbarin des Attentäters: "Vor zwei Jahren wurde er religiöser als zuvor. Er ließ sich einen Bart wachsen, trug dieses lange Hemd, das aussieht wie ein Kleid. Und auf dem Kopf trug er eine Kappe."

Jarrod Burguan, Chef der Polizei von San Bernardino, findet es unwahrscheinlich, dass ein einfacher Streit mindestens 14 Menschen das Leben kostete und 17 teilweise lebensgefährlich schwer verletzte: "Das steckte Planung hinter. Niemand rennt einfach nach Hause, zieht sich Tarnanzüge an und kommt mit Maschinengewehren, halbautomatischen Pistolen und Bomben zurück." Zudem hatte das Killer-Duo die Polizei laut eines Insiders mit "Militär-Taktik" attackiert. Beide Attentäter sollen zudem Kameras am Körper getragen haben, mit denen sie das Massaker wahrscheinlich aufgezeichnet haben.

Terrorismus nicht ausgeschlossen

FBI-Assistenzdirektor David Bowdich will Terrorismus nicht als Motiv ausschliessen, warnt aber vor voreiligen Schlüssen: "Wir folgen den Beweisen und sehen dann, wo sie uns hinführen." Fest steht: Farook taucht nicht auf der Liste, auf dem das US-Innenministerium mögliche Terroristen führt, auf. Dafür untersucht die Bundespolizei, ob er eine mögliche Beziehung zu einer Person hatte, gegen die vor Jahren wegen des Verdachts auf Kontakt zu Terrororganisationen ermittelt wurde.

Die Behörden haben zwar einen dritten Verdächtigen festgenommen, aber der hat laut Polizeiinsider wohl nichts mit dem Attentat zu tun. Burhuan: "Es gab zwei Schützen. Und diese beiden Schützen haben wir gestellt und neutralisiert."

Von Dierk Sindermann

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