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Florida ruft Notstand aus – wegen Fliegen

Schädlingsplage Florida ruft Notstand aus – wegen Fliegen

Zehntausende Hektar Farmland unter Quarantäne, Schäden in Millionenhöhe und explodierende Preise für Obst: In den USA sorgt ein vermutlich aus China eingewanderter Schädling für Aufregung. In Florida wurde sogar der Notstand ausgerufen.

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Ursprünglich in der Region vom Norden Indiens bis zum südlichen China verbreitet: Die Orientalische Fruchtfliege.

Quelle: Scott Bauer/United States Department of Agriculture

Miami. In Victoria Barnes' Plantagen hängen die Bäume voller Avocados – doch sie zu ernten, ist strikt verboten. So wie Barnes geht es derzeit vielen Obstbauern in Florida. Schuld daran ist ein winziges Tier – die Orientalische Fruchtfliege. Das Insekt, Bactrocera dorsalis mit lateinischem Namen, hat sich in der Region breit gemacht – mit drastischen Folgen:

Die Behörden in Florida haben 25.000 Hektar Farmland unter Quarantäne gestellt – aus Angst vor einer Verbreitung des Insekts. Denn: Die Orientalische Fruchtfliege gilt als einer der gefährlichsten Schädlinge überhaupt.

Die ursprünglich in der Region vom Norden Indiens bis zum südlichen China verbreitete Fliege kann weite Strecken zurücklegen und befällt mehr als 400 Obst- und Gemüsesorten – unter anderem Kartoffeln, Bohnen, Tomaten, Mangos, Bananen und Zitronen.

Ein Weibchen legt bis zu 1500 Eier

Wie der Schädling nach Florida gelangte, ist den Behörden ein Rätsel. Orientalische Fruchtfliegen wurden immer mal wieder in Florida und auch in Kalifornien entdeckt, allerdings nur in geringem Ausmaße. Jetzt ist die Lage anders: Floridas Landwirtschaftsminister Adam Putnam spricht gar vom "bei weitem größten Ausbruch in der Geschichte des Bundesstaates". Putnam hat den Notstand ausgerufen und will die Quarantäne mindestens bis Ende Februar aufrecht erhalten.

Orientalische Fruchtfliegen leben in der warmen Jahreszeit nur zwischen 30 und 45 Tagen. Doch die Weibchen legen in dieser Zeit bis zu 1500 Eier, immer etwa 20 Eier in eine Frucht. Die daraus entstehenden Larven zerstören das Obst von innen, bis es schließlich vom Baum fällt.

"Länder, in denen die Orientalische Fruchtfliege beheimatet ist, haben in der Regel Ernteverluste zwischen 25 und 50 Prozent", warnt ein Flugblatt des Landwirtschaftsministeriums in Florida. "Wenn sie sich in den USA verbreitet, wird das verheerende Auswirkungen auf die kommerzielle Landwirtschaft haben."

Auf der Hauptstraße von Redland warnt ein Schild in Englisch und Spanisch davor, Früchte aus der Quarantänezone zu bringen. Hunderte Landwirte dürfen ihre Ernte nicht verkaufen. Sein Unternehmen habe innerhalb von fünf Wochen etwa eine Million Dollar (880.000 Euro) Verlust gemacht, sagt Salvador Fernandez von der Farm J&C Tropicals, die sich auf exotische Früchte spezialisiert hat.

Folge: Avocados und Passionsfrüchte deutlich teurer

"Früher gab es sie hauptsächlich in Städten, dort war es viel leichter, sie auszurotten", sorgt sich auch der Insektenkundler Daniel Carrillo, der Bauern und Behörden bei der Jagd nach der Fliege unterstützt. Farmer müssen sich schriftlich verpflichten, die Auflagen der Behörden einzuhalten, also Insektizide zu verwenden und Inspektionen zuzulassen.

Auch die Verbraucher bekommen die Fruchtfliegenplage zu spüren: Avocados und Passionsfrüchte sind rar und teuer geworden. "Früher habe ich eine Kiste Avocados für zehn Dollar verkauft", sagt Noel Ruiz an seinem Obststand in Redland. "Jetzt muss ich 40 Dollar dafür verlangen."

zys/afp

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